Interfraktioneller Antrag

Antrag §34 GemO: „Barrierefreie Gestaltung des Münsterplatzes – Machbarkeitsstudie und weiteres Vorgehen“

Sehr geehrter Oberbürgermeister Horn,

die unterzeichnenden Stadträt:innen und Fraktionen beantragen, das Thema

Barrierefreie Gestaltung des Münsterplatzes auf die Tagesordnung des Gemeinderats

zu setzen.

Dabei sollten u.a. die folgenden Fragen und Vorschläge diskutiert und behandelt werden:

1. Vorlage einer aktualisierten, zunächst überschlägigen, Kosteneinschätzung, als

Vorbereitung auf die Diskussion zum nächsten Doppelhaushalt

sowie Überlegungen zur Beauftragung einer Machbarkeitsstudie (zu Konzept/Planung,

Varianten und Umsetzung).

2. Einschätzung der Verwaltung zur Umsetzungsperspektive und Einordnung gegenüber

anderen Projekten der Barrierefreiheit.

3. Einholen von Stellungnahme des Beirats für Menschen mit Behinderung und der

Beauftragten für Menschen mit Behinderung

4. Vorschlag der Verwaltung zu einem weiteren Vorgehen, u.a. mit den folgenden

Elementen: Priorisierung, Beauftragung einer Studie zur Machbarkeit (Konzept,

Varianten, Planung und konkreten Kosten für die Umsetzung) Zeitplan und Umsetzung.

Im weiteren Verlauf sollte geprüft werden, in welchem Umfang hier Förderprogramme

der EU, des Bundes und des Landes genutzt werden können. Zu prüfen wären hier bspw.

die Förderprogramme „Förderung kommunale Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur

(LGVFG-RuF)“ und die Förderung „Kommunale Tourismusinfrastruktur“ des Landes, die

beide die Herstellung von Barrierefreiheit als Förderungsziel vorsehen. Außerdem sollte

im weiteren Verlauf geprüft werden in welchem Umfang sich Anrainer, die FWTM und

lokale Stiftungen* an einer barrierefreien Umgestaltung des Münsterplatzes beteiligen

könnten.Begründung:

Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf kommunaler Ebene muss uns

allen ein wichtiges Ziel sein. Insbesondere alltägliche Wege, der Zugang zu Behörden

und öffentlichen Einrichtungen aber auch zu zentralen öffentlichen Orten muss dabei im

Fokus stehen.

Mobilität und Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen sind wichtige Voraussetzungen

für Teilhabe, für Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung und für ein

inklusives Miteinander. In Freiburg leben derzeit rund 10% der Stadtgesellschaft mit

einer anerkannten Schwerbehinderung, also rund 23.000 Menschen (Stand 2019).

In der Vergangenheit wurden für die Umsetzung eines barrierefreien Rundwegs plus

einiger zusätzlicher Maßnahmen (z.B. Zuwegung zur Bibliothek) Kosten von ca. 3 Mio.

Euro veranschlagt. Es ist davon auszugehen, dass diese Kosten heute bei ca. 4 Mio. Euro

liegen würden.

Es bestehen zwar denkmalschutzrechtliche Herausforderungen und Vorgaben aber

keine grundsätzlichen Hindernisse. Das Regierungspräsidium als zuständige

Genehmigungsbehörde hat bereits die Herstellung eines besseren Zugangs zum

Hauptportal des Münsters genehmigt. Zentral sind vor allem Materialität und die

Angemessenheit der Planung.

Die Barrierefreiheit des Münsterplatzes hat neben dem touristischen Bereich für alle

Freiburgerinnen und Freiburger eine große Bedeutung. Der Hotspot im Zentrum

Freiburgs ist der Münsterplatz mit Münster und Münstermarkt, welcher der einzige

Markt mit fliegenden Bauten in Deutschland ist, der an sechs Tagen stattfindet.

Auch die FWTM hatte bisher immer ein großes Interesse daran, dass auch Menschen mit

Behinderung oder auch mobilitätseingeschränkte Menschen mit Rollatoren, Gehhilfen

und anderen Hilfsmitteln sich auf dem Markt gut bewegen und an dem Marktgeschehen

teilnehmen können.

Mit freundlichen Grüßen, die unterzeichnenden Stadträt:innen und Fraktionen:

Esther Grunemann, Stadträtin Eine Stadt dafür alle

Gregor Mohlberg, Co-Fraktionsvorsitzender Eine Stadt für alle

Sascha Fiek, Fraktionsvorsitzender FDP-BFF

Franco Orlando, Stadtrat FDP-BFF

Ramon Kathrein, Stadtrat Kultur/Inklusion

Julia Söhne, Fraktionsvorsitzende SPD+JF

Ismael Hares, Stadtrat SPD+JF

Clara Wellhäußer, Stadträtin Bündnis90/Die Grünen

Petra Himmelspach, Stadträtin Bündnis90/Die Grünen

Felicia Fehlberg, Fraktionsvorsitzende FR4U

Sophie Kessl, Stadträtin FR4U