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„Biolandbau ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine Chance, um unsere regionale Landwirtschaft zu stärken“

Die Bio-Musterregion Freiburg kommt. Gut so! Denn: „Hier ist noch Luft nach oben – „, so unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadyne Saint-Cast in ihrer Rede, „denn obwohl wir mit einer kleinteiligen Landwirtschaft und einer ökologisch orientierten Freiburger Bevölkerung gute Bedingungen haben, ist auch hier der Anteil von regionalen Bioprodukten am Gesamtkonsum mit 12% – 20% gering.“

Rede von Stadträtin Nadyne Saint-Cast zu TOP 2 der Gemeinderatssitzung vom 21.5.2019: Bio-Musterregion Freiburg

Sehr geehrter Oberbürgermeister Horn,
sehr geehrte Gäste,
liebe Kolleg*innen,

die Förderung und Ausweitung des Biolandbaus ist für uns Grüne ein zentrales politisches Ziel- auf europäischer, nationaler, aber auch regionaler Ebene. Denn sie leistet einen wesentlichen Beitrag für gesunde Böden, sauberes Wasser und Luft sowie Klimaschutz. Wir Grüne wollen daher, dass die bisher flächenbezogene EU-Agrarförderung an ökologische Kriterien geknüpft wird und damit ein Anreiz für ökologischen Landbau gesetzt wird. Das wird aber auf anderer politischer Ebene entschieden. 

Stadträtin Nadyne Saint-Cast

Die nun von der grün-schwarzen Landesregierung geförderten Biomusterregion sind ein gutes Instrument, um hier regional die ökologische Landwirtschaft voranzubringen. Insbesondere durch die Stärkung der regionalen Erzeugung- und Vermarktungsstrukturen und die Steigerung der Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln, sind wesentliche Ziele. Das geht aus unserer Sicht in die absolut richtige Richtung und sind die richtigen Ziele.  

Denn obwohl wir mit einer kleinteiligen Landwirtschaft und einer ökologisch orientierten Freiburger Bevölkerung gute Bedingungen haben, ist auch hier der Anteil von regionalen Bioprodukten am Gesamtkonsum mit 12% – 20% gering. Und bei den landwirtschaftlichen Flächen, die biologisch bewirtschaftet werden, liegen wir in der Region (inkl. Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen) auch nur bei 12 % (Bundesdurchschnitt: 7%). 

D.h.: Hier ist noch Luft nach oben. Biolandbau ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine Chance, um unsere regionale Landwirtschaft zu stärken, indem diese auf Klasse statt auf Masse setzen kann. 

Um dies zu erreichen sind wir davon überzeugt, dass regionales Bioessen in unseren Kitas, Schulen und städtischen Kantinen ein Instrument ist, um diesem Ziel näher zu kommen. Denn in der Konzeptskizze ist zu Recht ein Ziel aufgeführt, dass die Nachfrage nach regionalen Bioprodukten ehröht werden soll. 

Wir Grüne finden: Mit unseren Bildungseinrichtungen und städtischen Kantinen sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen. Denn hier können wir die Produktauswahl deutliche direkter beeinflussen, als den privaten KOnsum. Und zudem haben Kitas und Schulen natürlich eine Bildungsauftrag, wozu das Thema Ernährung und Erzeugung aus unserer Sicht eine deutlich wichtigere Rolle einnehmen sollte, als dies bislang der Fall ist.  

Und dass 100 % bio und regional möglich ist, zeigen Städte wie Kopenhagen, Bremen, aber auch private Kitas und Schulen in Freiburg, wie z.B. die Waldorfeinrichtungen. Daher haben wir beantragt, dass bis 2020 ein Konzept erarbeitet werden soll, wie wir diesem Ziel: 100 % bio und bevorzugt regional in Kitas, Schulen und städtischen Kantinen schaffen können. Denn hier haben wir als Stadt einen direkten Hebel, um die Nachfrage nach regionalen Bioprodukten anzukurbeln. Und nicht nur das: Wir sind davon überzeugt, dass wir den Geschmack damit auch deutlich erhöhen können. Denn der Ist-Zustand auf unsere Anfrage hin hat gezeigt: Insbesondere beim Schulessen ist in punkto Geschmack und Qualität noch viel Luft nach oben. Viele Kinder in den höheren Klassen essen nicht in der Schule, weil es ihnen nicht schmeckt. 

Und damit wir sichergehen, dass das tolle Konzept schnell umgesetzt wird, wollen wir mit unserem Antrag regelmäßige Berichte in den Fachausschüssen und eine kommunal- und regionalpolitische Vertretung im Beirat umsetzen.

Super, dass mit erfahrenen Akteuren, wie der Regionalwert AG und Ernährungsrat Region FR, eng kooperiert werden soll. Denn es ist bereits viel know-how vorhanden, was wir bei einer grünen Veranstaltung zum Thema erleben konnten. 

Vielen Dank für dieses tolle Konzept. Viel Erfolg für die Umsetzung. Wir freuen uns auf den ersten Bericht!

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