Mehr Angebote für Wohnungslose im Winter!

Der Winter ist für Menschen ohne Obdach Jahr um Jahr eine große Herausforderung. Warme Tagesaufenthalte und Notunterkünfte sind hierbei überlebenswichtig. Doch durch die Corona-Pandemie sind viele wichtige Anlaufstellen nur eingeschränkt nutzbar oder werden aus Angst vor Ansteckung vermieden.  Verstärkt verweilen Menschen auf der Straße. In einer Anfrage wollen wir wissen, welche Maßnahmen für diesen Winter geplant sind, um Wohnungslose auch in Zeiten von COVID-19 ausreichend zu schützen.

Wohnungslosenhilfe im Winter in Zeiten von COVID-19

Anfrage nach §24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Horn,

wir wissen um die aktuellen Anstrengungen der Wohnungslosenhilfe im Zusammenhang mit COVID-19 und sind dankbar für das intensive Krisenmanagement. Allein zwischen März und April konnten so knapp 70 Wohnungslose sicher in Wohnheimen untergebracht werden. Das begrüßen wir sehr. Aktuell verweilen Wohnungslose jedoch verstärkt auf der Straße, da wichtige Anlaufstellen aufgrund der Infektionsschutzmaßnahmen nur eingeschränkt nutzbar sind oder aus Angst vor Ansteckung vermieden werden. Mit den sinkenden Temperaturen und dem ersten Todesfall durch Unterkühlung sehen wir diese Entwicklungen mit großer Sorge.

Wir sehen daher verstärkten Handlungsbedarf, weitere Hilfsangebote für den Winter zu schaffen und bitten bereits um eine mündliche Beantwortung der folgenden Fragen im Hauptausschuss am 30.11.2020 und im Sozialausschuss am 02.12.20 sowie nachträglicher schriftlicher Beantwortung:

  1. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation der Wohnungslosen sowie der Wohnungslosenhilfe für die kommenden Wintermonate in Zeiten von COVID-19 ein? Wie ist die Situation auf der Straße und in den Notunterkünften/Wohnheimen? Reichen die bestehenden Angebote und das vorhandene Personal, insbesondere bei Temperaturen unter null Grad aus? An welchen Stellen braucht es hierbei Unterstützung?
  2. Gibt es ein Konzept der Wohnungslosenhilfe für den anstehenden Winter 2020/21? Wenn ja, was ist konkret geplant?
  3. Welche (zusätzlichen) Maßnahmen werden getroffen, um Wohnungslose, die auf den Straßen leben, in diesem Winter vor Unterkühlung zu schützen? Wie wird hierbei die Straßensozialarbeit eingebunden und reicht das vorhandene Personal? Sind für weitere Unterkünfte etwa die Stadthalle, Unterführungen oder anderweitige kurzfristige Möglichkeiten im Gespräch, die vor dem Erfrieren schützen?
  4. Viele Städte, darunter Hamburg, Dortmund und Münster, schaffen dezentrale Tagesaufenthalte zum Aufwärmen, u.a. mit Zelten oder Wärmebussen. Sind solche Maßnahmen auch für Freiburg geplant? Wenn nicht, welche Hindernisse stehen einer Umsetzung im Weg?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Jan Otto, stellv. Fraktionsvorsitzender
Pia Maria Federer, Stadträtin

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