„Goldene Offenlage“ für das Baugebiet Zinklern/Lehen

Der Gemeinderat macht den Weg frei für die Bebauung des Gebietes Im Zinklern in Lehen. Stadtrat Lars Petersen erklärt in seiner Rede, warum das ein erfreuliches Ereignis ist.

Rede von Stadtrat Lars Petersen zu TOP 10 & 11 der Gemeinderatssitzung vom 15.06.2021 „Änderung FNP und Bebauungsplan mit örtlichen Bauvorschriften und Ausgleichsflächen ‚Im Zinklern'“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
lieber Herr Ortsvorsteher Schätzle,

was lange währt, wird endlich gut. Ich darf gleich zu Beginn Sie zitieren, lieber Herr Schätzle, „die Lehener bringen ihr Tafelsilber ein“. Hierfür sind wir dankbar und freuen uns, dass mit Zinklern endlich eine der letzten innerstädtischen Wohnbauflächen aus dem Flächennutzungsplan 2020 bebaut wird. Es wird jetzt aber auch Zeit, denn schon im Eingemeindungsvertrag von 1971 mit Lehen ist die Bebauung von Zinklern Thema gewesen – wir feiern also heute quasi die „Goldene Offenlage“.

Stadtrat Lars Petersen (Bild: Britt Schilling)

Und plötzlich ging dann alles ganz schnell: Der Gemeinderat wird heute beiden Beschlussvorlagen mit großer Mehrheit zustimmen und auch die klare Zustimmung im Lehener Ortschaftsrat letzte Woche zeigt, dass jetzt ein Knopf dran gemacht werden sollte.

Aus unserer Sicht deshalb nur ein paar Anmerkungen:

Wir freuen uns zunächst sehr darüber, dass Artenschutzmaßnahmen innerhalb der Abwägung der Umweltbelange sich mit immerhin 40 % zu einem großen Teil im Baugebiet selbst und mit dem Rest zumindest auf Freiburger Gemarkung und im gleichen Naturraum stattfinden können. Es kann also bei Zinklern keine Rede davon sein, dass Freiburg auf eigener Gemarkung baut und sich dann im Umland quasi artenschutzrechtlich freikauft.

Der Übergang zwischen bestehender Bebauung Lehens und neuem Baugebiet ist durch eine Neubebauung mit Doppel- und Reihenhäusern im „Grenzgebiet“ gut gelungen. Natürlich trifft es zu, dass Doppel- und Reihenhäuser im Zinklern nur in geringer, manche sagen zu geringer Anzahl vorhanden sind. Wir unterliegen aber auch hier dem Primat von § 1a BauGB, mit Grund und Boden sparsam umzugehen. Um einen städtebaulich gelungenen Übergang von Alt-Lehen zu Neu-Lehen zu schaffen, ist es deshalb auch nach unserer Auffassung erforderlich, in behutsamer Anzahl Doppel- und Reihenhäuser zu bauen. Ich darf mir in diesem Zusammenhang den Hinweis erlauben, dass die 35 Wohneinheiten, die in Doppel- und Reihenhausbauweise entstehen, 20 % der gesamten neu zu bebauenden Fläche von Zinklern beanspruchen, die verbleibenden 515 Wohneinheiten sich den Rest teilen dürfen. Wir sind – wenig überraschend – nicht der Auffassung, dass nur dann von Familienfreundlichkeit gesprochen werden kann, wenn Kinder aus dem elterlichen Wohnzimmer direkten Zugang zum eigenen Garten haben. Familienfreundlichkeit zeichnet sich durch mehr aus: kurze Wege zu Kita und Schule, Verkehrsberuhigung, Bolz- und Spielplätze und Freiräume in ausreichender Nähe, um nur einige Aspekte zu nennen.

Meine Damen und Herren, Sie wissen, dass im Zinklern verschiedene Eigentümer Flächen besitzen. Große Baufirmen, Genossenschaften, die Kirche und private Eigentümergemeinschaften haben durchaus unterschiedliche Interessen, die nicht leicht unter einen Hut zu bringen sind. Dass es trotz dieser heterogenen Eigentümerstruktur in nicht unerheblicher Anzahl zu gefördertem Wohnungsbau kommen wird, freut uns ebenfalls – immerhin rund 20 % des entstehenden Wohnraums wird geförderter Mietwohnungsbau sein. Und dass dies auch noch durch Rückabtretung von Flächen im Erbbaurecht geschieht, also geförderter Mietwohnungsbau auf Erbbaugrundstücken entstehen wird, freut uns Erbbaurechts-Freaks natürlich noch mehr.

Herr Schätzle, Sie sprachen auch davon, dass hier „an einem Diamanten lange geschliffen“ wurde und er deshalb auch glänzen dürfe. Nach meiner Wahrnehmung tut er das; Lehen wächst um 1/3, es kommen eine Kita, ein Nahversorger und eine Pflegeeinrichtung hinzu – und alle freuen sich! Dafür möchte ich mich bei der Stadt, namentlich bei Herrn Etter, Herrn Geismann, Frau Schober, Herrn Pfau, Herrn Steffen und Frau Mayer-Salomon herzlich bedanken.

Vielen Dank!