Pressemitteilung

Preisgestaltung Freiburger Bäder: Grüne, SPD/Kulturliste und JUPI schlagen kostenlosen Eintritt bis sechs Jahre und weitere Entlastungen für Familien vor

Zur aktuellen Diskussion um die Neugestaltung der Schwimmbadpreise schlagen drei Fraktionen im Freiburger Gemeinderat (Grüne, SPD/Kulturliste, JUPI) mehrere Maßnahmen vor, um die Verwaltungsvorlage familienfreundlicher zu gestalten. Mit einem freien Eintritt für alle Kinder bis einschließlich sechs Jahren (bislang: drei Jahre) sollen gezielt Familien mit kleinen Kindern entlastet werden. Auch weitere Preise sollen familienfreundlicher gestaltet werden. Zudem beantragen die Fraktionen ein Kassensystem, dass künftig auch Zeittarife, z.B. in den Abend- oder Morgenstunden, ermöglichen soll.

Nachdem die Eintrittspreise seit 2017 für die acht Freiburger Schwimmbäder nicht mehr erhöht wurden, schlägt die Stadtverwaltung nun eine neue Preisgestaltung vor. Grund für diese Erhöhung sind insbesondere die seither überproportional stark gestiegenen Energiepreise sowie die in diesem Zeitraum erheblich gestiegenen Personalkosten.

„Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen schließen wir in Freiburg keine Bäder, sondern bauen die Infrastruktur mit dem Freibecken am Westbad in den nächsten Jahren sogar aus. Damit uns die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, tragen wir den Verwaltungsvorschlag an einigen Stellen mit. Denn an den Sozialtarifen wird nicht gerüttelt: für uns Grundvoraussetzung, um der Erhöhung der Einzeleintritte zuzustimmen“, so Julia Söhne (SPD/Kulturliste). Die stark ermäßigten Eintritte (bis zu zehn Eintritte à 0,50 Euro pro Kind und Erwachsenem) mit der Freiburger FamilienCard für alle Familien und der Eintritt zu drei Euro für Inhaber_innen des FreiburgPasses bleiben erhalten. Alle unterzeichnenden Fraktionen streben an, den FreiburgPass auf Wohngeldbezieher_innen und Bafög-Empfänger_innen auszuweiten.

Stadtrat Karim Saleh (Bild: Britt Schilling)

„Die von der Stadt geplanten Erhöhungen belasten vor allem Familien zu stark. Gerade junge Familien mit kleinen Kindern stehen vor zahlreichen Kosten, bei Berufsanfänger_innen ist die Familienkasse oft knapp. Deshalb schlagen wir vor, dass Kinder künftig erst ab sieben Jahren Eintritt zahlen und nicht wie bisher schon ab vier Jahren. Wir erhoffen uns, dass durch diese Maßnahme noch mehr Familien in die Bäder kommen und so auch mehr Kinder früh schwimmen lernen“, so Karim Saleh (Grüne). Weitere Vorschläge zur Entlastung von Familien sind eine neue Familienkarte für eine erwachsene Person mit einem Kind für acht Euro sowie eine geringere Preissteigerung bei der Familiensaisonkarte für eine Person und eigene Kinder (170 statt 195 Euro). Mit diesen Karten soll insbesondere Alleinerziehenden ein Angebot gemacht werden. „Junge Familien wurden schon mit der Kitagebührenerhöhung stark belastet. Damit sie nicht auch noch überproportional unter der Erhöhung der Schwimmbadpreise leiden, haben wir uns darauf geeinigt, dass Kinder zukünftig erst mit sieben Jahren den ermäßigten Eintritt bezahlen müssen“, so Julia Söhne.

Darüber hinaus beantragen Grüne, SPD/Kulturliste und JUPI das neue Kassensystem so zu gestalten, dass Zeittarife und ein Best-Preis-Prinzip möglich werden. „Wir wollen einen bargeldlosen Check-in/Check-Out, wie man das aus vielen ÖPNV-Systemen z.B. in London kennt. Es wird immer der beste Preis abgebucht. Rabatte sind dann nicht nur durch hohe finanzielle Vorleistungen wie bei der Wertkarte möglich, sondern auch nachgelagert. Das ist sozial gerechter“, so Simon Waldenspuhl (JUPI). Ein solches Kassensystem ermöglicht z.B. Rabatte für kurze Aufenthaltszeiten zu prüfen, etwa einen Früh- oder Abendtarif, um die Schwimmbäder in diesem Zeitraum besser auszulasten und so weitere Einnahmen zu generieren.