Stadtrat Gerhard Frey

Stadtrat Gerhard Frey (Bild: Britt Schilling)

„Weingarten braucht vor allem mehr Wohneigentum“

Rede von Stadtrat Gerhard Frey zu TOP 10 der Gemeinderatssitzung am 21.10.2014 zum Thema: „Rahmenplan Weingarten-West“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Weingarten, Haslach, Stühlinger und Beurbarung sind die Quartiere mit der größten Zahl an Mietwohnungen der Freiburger Stadtbau. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hat die Aufgabe, Einzelpersonen und Familien, die auf dem Mietwohnungsmarkt chancenlos sind, mit Wohnungen zu versorgen.

Stadtrat Gerhard Frey

Stadtrat Gerhard Frey (Bild: Britt Schilling)

Weingarten mit über 1300 Stadtbauwohnungen und weiteren größeren Mietwohnungsbeständen anderer Wohnungsbaugesellschaften ist damit fast zwangsläufig ein Stadtteil mit sozialem Entwicklungsbedarf. In diesem Sinne überraschen uns die von Frau Nabulsi, der Vorsitzenden des Bürgervereins Weingarten zusammengestellten Fakten nicht.

Gleichzeitig sollten wir aber auch zur Kenntnis nehmen, dass seit den 90er Jahren mit der Sanierung von Weingarten-Ost und mit dem aktuellen Sanierungsverfahren Weingarten-West ein Prozess in Gang gesetzt wurde, der auf diesen sozialen Entwicklungsbedarf reagiert.

Schlagwortartig möchte ich nur einige Dinge davon benennen:

  • Weingarten war 1994 der erste Stadtteil, in dem Quartiersarbeit umgesetzt wurde. Und immer noch ist es der Stadtteil, der am besten mit Quartiersarbeiterinnen ausgestattet ist. Inkl. des Nachbarschaftswerks, das sich um die Sinti kümmert.
  • Weingarten hat mehrere, von unterschiedlichen Institutionen geführte Bürger- und Nachbarschaftstreffpunkte.
  • Weingarten hat ein Jugendzentrum, eine mobile Jugendarbeit, einen Abenteuerspielplatz und die Spieloffensive.
  • Weingarten hat mehrere gut ausgestattete Kindertagesstätten, mit dem Schwerpunkt, sozial benachteiligte Kinder zu fördern.
  • Der Ausbau der Adolf-Reichwein-Grundschule zur Ganztagsschule ist planerisch abgeschlossen und geht voraussichtlich im nächsten Jahr in einem ersten Schritt in die Umsetzung.
  • Nach der Sanierung der Hochhäuser im Sanierungsgebiet Weingarten Ost sind bereits 3 Hochhäuser in Weingarten-West mit einem Volumen von rund 36 Mio. € saniert worden. Der Etat für das Sanierungsgebiet Weingarten-West beläuft sich inzwischen auf 17 Mio. €. Davon 7 Mio. aus dem städtischen Haushalt, größtenteils um preiswerten, sanierten Mietwohnungsbau zu fördern.

Zusätzlichen Wohnungsbau in Weingarten hält meine Fraktion für eminent wichtig, um eine positive Entwicklung dieses Quartiers zu fördern. Beim Rahmenplan Weingarten-West geht es im Grunde nur noch darum, zwei Flächen, nämlich beim Haus Binzengrün 34 und beim Haus Weingarten für den Wohnungsbau herzurichten.
Meine Fraktion plädiert dafür, bei diesen im Grunde auch im Stadtteil unstrittigen Entwicklungsflächen für den Wohnungsbau möglichst rasch zu einem umsetzbaren Ergebnis zu kommen.
Ähnlich den Aussagen des Bürgervereins würde meine Fraktion auf diesen Flächen Wohneigentum wie auf dem Gelände von Rosen Kromer präferieren. Wir können uns vorstellen, dass die Flächen von Baugemeinschaften bebaut werden, mit dem Ziel, dass diejenigen, die bauen, auch selbst dort wohnen.
Neben der Dominanz an preiswerten Mietwohnungen braucht Weingarten vor allem mehr Wohneigentum, um einen weiteren, das soziale Gefüge im Stadtteil festigenden Anker zu haben.

Die Sintis brauchen mit dem Wegfall des „Haus Weingarten“ einen neuen Quartierstreff. Diesen Treff mit Wohnungen zu überbauen, halten wir für sinnvoll.

Die in Weingarten umstrittene Bebauung der so genannten „Blumenwiese“ und der Eckgebäude bei den Viergeschossern bei der weiteren Diskussion des Rahmenplans auszuklammern, ist richtig. Beide Themen haben den Prozess des Rahmenplans bisher nur verzögert und keinen Millimeter vorangebracht.
Es macht auch keinen Sinn, wie von einigen Seiten gewünscht, die Diskussionen um die zwei verbliebenen Bauflächen mit einer Diskussion über die soziale Entwicklung von Gesamtweingarten zu überfrachten.

In diesem Sinne sind wir gespannt auf die weiteren Diskussionen im Quartier und hoffen auf eine konstruktive, zielführende Zusammenarbeit und ein baldiges Ergebnis – sprich: den Bau neuer Wohnungen in Weingarten West.
Vielen Dank.

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