Neue Stadtquartiere im Freiburger Norden

Pressemitteilung von B90/Grüne vom 29.06.2016

Vierstellige Anzahl neuer Wohnungen möglich

GRÜNE wollen attraktiven gemischten Stadtteil

Am 21. Juni hat der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung, bislang aber offensichtlich völlig unbeachtet von Medien und Öffentlichkeit, den Startschuss zur Entwicklung eines neuen Stadtquartiers im Norden Zähringens gegeben – mit der Aussicht auf viele Hundert neue Wohnungen. Dabei handelt es sich um eine von fünf aus dem Perspektivplan vorgezogenen Wohnbauflächen, die der Gemeinderat bereits im letzten Jahr grundsätzlich zur Umsetzung beschlossen hatte.

Dort wo heute noch – zwischen dem Park & Ride-Platz an der Endhaltestelle der Stadtbahnlinien 4 und 5  im Norden sowie der Güterbahnbrücke über die Isfahanallee im Süden – die Einkaufszentren Real und  Mömax mit ihren riesigen Parkplätzen sowie ein kleines Wäldchen anzutreffen sind, könnte künftig sukzessive ein ganz neues gemischtes Stadtquartier mit vielfältigem Wohnraumangebot entstehen.

Einbezogen ist auch das Gebiet Längenloh-Nord östlich der Gundelfinger Straße, wo auf einem Teilbereich gerade in Holzbauweise erstellte (Flüchtlings-) Unterkünfte fertiggestellt wurden. Die benachbarten Dauerkleingärten im Gewann Höfle sind von den Planungen dagegen nicht berührt und bleiben erhalten.

Gemischtes Stadtquartier mit attraktiven Freiräumen

Natürlich müssen für das bzw. die neuen Stadtquartiere von vorne herein auch Angebote für Dienstleistungen, gewerbliche Nutzungen und eine adäquate soziokulturelle Infrastruktur mit bedacht werden, genauso eine attraktive Grün- und Freiraumversorgung für die künftigen BewohnerInnen und die vor Ort Beschäftigten.
Ein wesentliches Anliegen wird auch die künftige Struktur des Einzelhandels beidseits der Gundelfinger Straße sein: Optionen wie Verlagerung, Abriss und Neubau bzw. eine potenzielle Integration in ein neues Stadtteilzentrum – vor allem im Hinblick auf die westlich gelegenen großen Warenhäuser – werden dabei zu diskutieren sein.

Großflächige asphaltierte Autoparkplätze werden jedenfalls keine Zukunft mehr haben, unverzichtbare Stellplätze sind stattdessen in Tiefgaragen oder Parkpaletten nachzuweisen. Bislang versiegelte Parkplätze im Umfang von einigen Hektar Fläche werden dann vornehmlich in Baugrundstücke für Wohn-, Büro- und Gewerbegebäude sowie attraktive Grün- und Freiflächen für das neue Quartier umgewandelt.

Die neue Stadtbahnlinie bietet dem  künftigen Quartier einen idealen ÖPNV-Anschluss, die Anbindung an das überörtliche Radwegenetz ist garantiert und der Zähringer Dorfbach sowie die Grünräume beidseits der Gemarkungsgrenze zu Gundelfingen oder im südlichen Geländespitz sind hervorragende Voraussetzungen für die Entwicklung eines lebenswerten neuen Stadtquartiers im Freiburger Norden.

Masterplan, städtebaulicher Entwurf und natürlich: Bürgerbeteiligung

Zur Klärung grundlegender fachlicher Aspekte wie Lärmschutz, Klima, Naturschutzbelange, Erschließung oder Einzelhandelsentwicklung werden nun gutachterliche Ersteinschätzungen bzw. Stellungnahmen eingeholt. Anschließend sollen in enger Kooperation mit den privaten Grundeigentümern erste Ideen für mögliche Entwicklungen des Gesamtgebiets erarbeitet werden. Für diesen Masterplan samt Leitlinien und erstem städtebaulichen Strukturkonzept werden verschiedene Planungsbüros beauftragt. Von Beginn an und auch parallel zu den nachfolgenden Verfahrensschritten erfolgt eine transparente Information und Beteiligung der Bürgerschaft.

Da die Entwicklung des großen Gebietes nur stufenweise erfolgen kann, gilt der aktuelle Fokus den Flächen zwischen Real und P & R-Platz („Am Dorfbach“) sowie dem südlich gegenüberliegenden Gebiet „Längenloh-Nord“. Für beide Areale soll deshalb nach Vorliegen des großräumigen Masterplans auch zeitnah ein parzellen- bzw. gebäudescharfer städtebaulicher Entwurf im Wettbewerb unter mehreren Planungsbüros erarbeitet werden. Dieser kann dann als Grundlage für ein anschließendes Bebauungsplanverfahren dienen.

Spannende Diskussion und Hoffnungsschimmer für Wohnungssuchende

Bürgerschaft, Gewerbetreibenden und Kommunalpolitik stehen damit spannende Diskussionen bevor. Wir GRÜNEN sind zuversichtlich, dass im Ergebnis ein gutes Konzept für ein hochwertiges neues Stadtquartier für alle vorliegen wird. Und nicht zuletzt ist die Aussicht auf eine vielleicht sogar vierstellige Zahl neuer Wohnungen, die schon in wenigen Jahren zur Verfügung stehen könnten, ein Lichtblick für viele Wohnungssuchende und ein wertvoller Beitrag zur Entschärfung des Wohnungsmangels in Freiburg.

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