Klimaschutz konkret!

Beitrag im Amtsblatt vom 17.08.2018

Die derzeitigen Wetterextreme zeigen, dass die Klimaerhitzung immer schneller voran schreitet. Um den Folgen zu begegnen, hat die Stadt jüngst ein Konzept mit zahlreichen Anpassungsmaßnahmen beschlossen.

Viel wichtiger sind aber konkrete Maßnahmen, die den Ausstoß von Klimagiften wie CO2 verringern und so die Ursachen der drohenden Klimakatastrophe bekämpfen. Als Grüne Ratsfraktion haben wir hierzu gerade weitere Vorschläge gemacht, um den Freiburger Weg zur Klimaneutralität 2050  zu unterstützen.

Plusenergiestadtteil Dietenbach

Dietenbach muss mehr als nur klimaneutral werden und weit mehr CO2-freie Energie erzeugen als verbrauchen. Denn so kann die schlechtere Klimabilanz anderer Altbauquartiere ausgeglichen werden. Wir haben deshalb den OB gebeten, neben den Potenzialen einer geothermischen Wärmeversorgung auch den Bau eines Dietenbach-Windrades auf Freiburger Berghöhen zu prüfen. Die Finanzierung könnte über die Grundstücksausschreibungen mittels einer bescheidenen Geldeinlage in einen Bürgerwindkraftfonds erfolgen, wofür die BewerberInnen Bonuspunkte beim Vergabeverfahren erhalten könnten. Schon ein modernes Windrad könnte die Hälfte des Jahresstrombedarfs aller Privathaushalte im neuen Stadtteil decken, falls die vor Ort erzeugbare Ökoenergie nicht für einen Plusenergiestadtteil reichen sollte.

Öko-Rathaus

Das erste neue Rathausgebäude im Stühlinger wurde als Plusenergiehaus gebaut. Der ovale Zwillingsbruder nebenan ist schon in Planung und sollte nach grüner Auffassung die neuesten nachhaltigen Bau- und Betriebsstandards berücksichtigen. Wir haben deshalb den OB gebeten, eine Zertifizierung des Neubaus nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) bzw. nach dem Prinzip des „Cradle to Cradle“ (C2C) anzustreben. Dadurch würden umfassende sozial-ökologische Vorgaben berücksichtigt: eine mensch- und umweltverträgliche, ressourcensparende und recyclingfähige Materialwahl, eine flexible Bauweise, eine Minimierung  des laufenden Betriebsaufwands,  Nutzung und Erzeugung regenerativer Energien, Stärkung der Biodiversität durch Begrünung und ein rundum gesundes Arbeitsumfeld für die Beschäftigten

Mehr Solarstrom

Die Stadt hat bereits eine Solaroffensive für Wohn- und Gewerbegebäude gestartet. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob übergangsweise auch geeignete Freiflächen landschaftsverträglich für größere Solaranlagen genutzt werden können. Wir haben deshalb den OB gebeten, die von der Landesregierung für Freiburg identifizierten Standorte für aufgeständerte Solarmodule zu untersuchen, insbesondere entlang von Autobahn, Straßen und Schienenstrecken. Eine landwirtschaftliche Nutzung als Wiesen- und Weideflächen unter Solarpaneelen, z.B. eine Beweidung durch Schafe oder eine Mahd für Tierfutter, wird vielerorts längst praktiziert. Der Verzicht auf Pestizide und Dünger stärkt die Artenvielfalt, zuvor intensiv genutzte Böden regenerieren sich und den Bodeneigentümern entstehen neue Einnahmequellen. 

Klimaschutzfonds stärken

Auf Initiative der GRÜNEN stehen bislang 25% oder jährlich 3 Mio € aus der Badenova-Konzessionsabgabe für Klimaschutzprojekte zur Verfügung. Bei der anstehenden Fortschreibung des Freiburger Klimaschutzkonzepts wollen wir erreichen, dass künftig 50% der Konzessionsabgabe für den Klimaschutz zweckgebunden werden, damit wir unsere Klimaziele erreichen.

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