Potenziale der Agro-Photovoltaik bzw. der Freiflächen-PV generell auf Gemarkung Freiburg sowie in der Region Freiburg

Potenziale der Agro-Photovoltaik bzw. der Freiflächen-PV generell auf Gemarkung Freiburg sowie in der Region Freiburg

h i e r :  Fraktionsanfrage nach § 24 Abs. 4 GemO außerhalb von Sitzungen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Stadtrat Eckart Friebis

Stadtrat Eckart Friebis (Bild: Britt Schilling)

auf eine ausführliche Anfrage der GRÜNEN-Fraktion zum Thema Freiflächen-PV-Potenzial in Freiburg, die auch den Aspekt der Agro-PV-Nutzung beinhaltete, gab die Stadtverwaltung am 1.10.2018 eine ausführliche, im Endergebnis aber wenig konkrete Antwort:

https://freiburg.more-rubin1.de/antraege_details.php?vid=612&suchbegriffe=&select_fraktion=&datum_von=2018-08-05&datum_bis=2018-09-29&entry=0&sort=&kriterium=at&x=15&y=5

Zur Frage nach der tatsächlichen Eignung und Verfügbarkeit der im Energieatlas des Landes Baden-Württemberg 2018 auf Freiburger Gemarkung umfangreich dargestellten Eignungsflächen für PV-

Fraktionsvorsitzende Maria Viethen

Fraktionsvorsitzende Maria Viethen (Bild: Britt Schilling)

Freiflächenanlagen wurde lediglich auf eine noch nicht erfolgte Prüfung verwiesen – wobei laut Umweltschutzamt das Fraunhofer ISE aber eine erste Einschätzung liefern könne. Zum Thema Agro-PV wurde auf ein noch laufendes Forschungsprojekt des gleichen Instituts hingewiesen.

Vor wenigen Tagen hat ISE nun einen erfolgreichen Abschlussbericht veröffentlicht und darüber hinaus ein geplantes Agro-PV-Modellprojekt im Nachbarort Denzlingen vorgestellt:

https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2019/agrophotovoltaik-hohe-ernteertraege-im-hitzesommer.html

https://www.badische-zeitung.de/denzlingen/unten-getreide-oben-solarzellen-pilotprojekt-auf-denzlinger-aeckern–172961752.html

Die grüne Fraktion hatte deshalb das Thema der Potenziale von Freiflächen-PV-Anlagen sowie der Agro-PV in Freiburg und der Region erneut in Schreiben vom 8. und 13.05.19 an die Stadtverwaltung sowie in der Mitgliederversammlung der Region Freiburg am 14.05.19 aufgegriffen und einen aktuellen Sachstandsbericht erbeten. Stellt sich doch angesichts der neuesten Forschungsergebnisse die Frage, ob die nun vorliegenden Erkenntnisse eine positive Relevanz für die Stadt Freiburg oder ggfs. die Region Freiburg zur Realisierung künftiger Agro-PV-Projekte (wie auch sonstiger PV-Freiflächenprojekte) haben könnten.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung nachfolgender Fragen:

  1. Liegt eine Einschätzung des ISE zu den vom Land identifizierten Potenzialen für PV-Freiflächen-anlagen auf Freiburger Gemarkung zwischenzeitlich vor? Falls Nein, bis wann könnte dies erfolgen?
  2. Wie, d.h. mit welchen konkreten Verfahrensschritten, Gutachten und in welchem zeitlichen Rahmen sollen geeignete PV-Freiflächenpotenziale in den Prozess der Flächennutzungsplanerstellung 2040 eingehen?
  3. Wie können insbesondere mögliche Agro-PV-Flächen identifiziert und mit welcher Strategie zur Umsetzung gebracht werden?
  4. Ist die Verwaltung bereit, zur Darstellung der Potenziale an PV-Freiflächenanlagen und von Agro-PV-Projekten VertreterInnen z.B. des Freiburger ISE zeitnah zur Berichterstattung in eine (eventuell gemeinsame) Sitzung des gemeinderätlichen Bau- und/oder Umweltausschusses einzuladen?
  5. Werden beide Themen, wie von den GRÜNEN in der MV der Region Freiburg unter Vorsitz des Freiburger OB erbeten, auch dort aufbereitet und in den zuständigen Gremien beraten?

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, angesichts der akuten Klimakrise und der bislang völlig unzureichenden Aktivitäten der schwarz-roten Bundesregierung für einen effektiven Klimaschutz sind insbesondere die Kommunen aufgefordert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um der Erderhitzung schnell und möglichst umfassend entgegen zu wirken.

Der ehrgeizige Ausbau regenerativer Energien wie der Solarenergie gehört dazu. Neben der verstärkten PV- und Solarthermienutzung an Gebäuden sind aber auch ein natur- und landschafts-verträglicher Ausbau von PV-Freiflächenanlagen und insbesondere das Vorantreiben der Agro-PV erforderlich, wozu der Energieatlas der Landesregierung eine gute Grundlage bietet.

Eine kombinierte Nutzung von Flächen sowohl für landwirtschaftliche Produktion als auch für die Energiegewinnung durch Fotovoltaik bringt nicht nur einen effizienten Umgang mit wertvoller (landwirtschaftlicher) Fläche durch Doppelnutzung mit sich und vermeidet die bislang befürchtete Flächenkonkurrenz zwischen Lebensmittelerzeugung und Energiegewinnung (Stichwort „Tank oder Teller“). Den ökonomisch (und ökologisch) unter Druck stehenden Landwirten werden damit auch zusätzliche Einkommensquellen sowie neue Optionen zur umweltverträglichen Produktion ökologisch und regional erzeugter Nahrungsmittel eröffnet.

Diese Chancen gilt es zu nutzen und dazu die neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis einzubeziehen.

Für die Fraktion der GRÜNEN

gez. Maria Viethen, Fraktionsvorsitzende

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Eckart Friebis, Stadtrat/Fraktionsgeschäftsführer

Nachricht hiervon den Dezernaten II und V, den Fraktionen sowie den regionalen Medien

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