Beteiligung familienfreundlicher machen!

Für Familien ist es oft schwer, sich an öffentlichen Veranstaltungen, z.B. im Rahmen von Beteiligungsprozessen zu beteiligen. Dies liegt an familienunfreundlichen Veranstaltungszeiten und daran, dass es keine Kinderbetreuung vor Ort gibt und so Familien auf eigene Kosten eine Betreuung organisieren müssten. „Beteiligung ist für Menschen in der Familienphase mit zusätzlichem organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden – wir wollen aber, dass alle Bürger*innen die Möglichkeit haben, sich einzubringen!“, so Stadträtin Annabelle Kalckreuth. In einer Anfrage an die Stadtverwaltung fragen die GRÜNEN nun nach, bei welchen Veranstaltungen in den letzten Jahren Kinderbetreuung angeboten wurde und ob auf familienfreundliche Veranstaltungszeiten geachtet wurde.

Kinderbetreuung bei städtischen Veranstaltungen

Anfrage nach §24 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen

Sehr geehrter Oberbürgermeister Horn, 

Stadträtin Annabelle von Kalckreuth (Bild: Britt Schilling)

bei öffentlichen Veranstaltungen z.B. im Rahmen von Bürgerbeteiligungsprozessen sind oft Familien bzw. Eltern unterrepräsentiert. Dies liegt an familienunfreundlichen Veranstaltungszeiten und daran, dass es keine Kinderbetreuung vor Ort gibt und so Familien auf eigene Kosten eine Betreuung organisieren müssten. Beteiligung ist daher für Menschen in der Familienphase mit zusätzlichem organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden.

Bedenkt man, dass in Familien nach wie vor überwiegend Frauen die Betreuungsarbeit leisten, bedeutet eine fehlende Kinderbetreuung auch eine Unterrepräsentation von Müttern bei öffentlichen Veranstaltungen. Auch sind die Anfangszeiten von öffentlichen Veranstaltungen oft familienunfreundlich. Da viele Kinder bereits um 19 Uhr schlafen, kommt eine Außerhausbetreuung oft nicht in Frage. Insbesondere bei Bürgerbeteiligungen sollte jedoch eine Beteiligung aller gesellschaftlicher Gruppen – eben auch Familien und Mütter – das Ziel der Stadtverwaltung sein, wie auch im Gender Rahmenplan festgehalten. 

Die Stadt Mülheim an der Ruhr bietet bei städtischen Veranstaltungen mit Bürgerbeteiligung eine kostenlose Kinderbetreuung an – sofern die Nachfrage besteht. Hier sind die jeweiligen Fachbereiche zuständig den Bedarf zu prüfen und gegebenenfalls eine Kinderbetreuung zu organisieren. Das dortige Amt für Kinder, Jugend und Schule kümmert sich zentral um die Anmeldung und die entsprechende Betreuung.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen: 

  1. Bei welchen und wie vielen städtischen Veranstaltungen mit Bürgerbeteiligung in den letzten Jahren wurde eine Kinderbetreuung organisiert?
  2. Falls es solche Veranstaltungen mit Kinderbetreuung gab, wer war für die Organisation der Kinderbetreuung zuständig? Wie hoch waren die Kosten für die Kinderbetreuung und aus welchen Mitteln wurden diese finanziert?
  3. Inwiefern achtet die Stadt auf kinder-/familienfreundliche Zeiten bei der Terminierung von Veranstaltungen?

Annabelle Kalckreuth, Stadträtin

Nadyne Saint-Cast, stv. Fraktionsvorsitzende

 

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