Öffentlichen Raum beleben

gestellt am

17.06.2021

 

Antwort

In unserer wachsenden Stadt wollen wir mehr Orte im öffentlichen Raum schaffen, die ein Zusammensein ohne Konsum möglich machen. In einem interfraktionellen Brief bitten unsere Gemeinderät*innen  Anke Wiedemann und Hannes Wagner die Stadtverwaltung, Vorschläge vorzulegen, wie wenig genutzte Parks und Freiflächen in den Sommermonaten mit Leben gefüllt werden können. Urbane städtische Möbel, Parklets oder die private temporäre Möblierung wenig genutzter öffentlicher Flächen können eine Option sein.

Interfraktioneller Brief

Mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Horn,
sehr geehrter erster Bürgermeister von Kirchbach,

wo man länger verweilt, kommuniziert man mehr und wo mehr gesprochen wird, löst sich so mancher Alltagsfrust in Luft auf. Diese Erkenntnis dürfte jede*r von uns wohl nach über einem Jahr Lockdown und Kontaktbeschränkungen genauso erleben. Das soziale Leben wurde während der Pandemie vermehrt nach außen verlegt – eine Entwicklung, die in Freiburg schon vor Corona zu beobachten war.

Beengte Wohnsituationen, Club- und Kneipensterben und das für Freiburg typisch sonnige, einladende Wetter tragen dazu bei, dass dem öffentlichen Raum mehr und mehr soziale Bedeutung zukommt.

Die unterzeichnenden Fraktionen wollen dieser Entwicklung Rechnung tragen und schlagen Ihnen deshalb vor, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu erhöhen:
Mit einer urbanen, nachhaltig produzierten Möblierung an ausgewählten Orten, die in den Sommer-/Herbstmonaten im öffentlichen Raum für alle nutzbar bereitstehen, zum Verweilen und zum Gespräch einladen.

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Als Beispiele seien die Enzis in Wien, Sitzmöbel in Schweinfurt, Peatkana oder Klump genannt.

Wir sind uns darüber bewusst, dass der Sommer schon vor der Tür steht und ein ausgefeiltes, nachhaltiges und künstlerisch anspruchsvolles Konzept Zeit für Entwicklung braucht. Aber dieser Sommer steht voll und ganz im Zeichen der Nutzung des öffentlichen Raums und es wäre zu schade, diese Chance auf Etablierung solcher Möbel verstreichen zu lassen.

Deshalb schlagen wir Ihnen einen zweiteiligen Plan vor:
Für diesen Sommer soll ein Workshop konzipiert werden, in Kooperation z. B. mit Handwerkskammer, Berufsschulen und Künstler*innen bei dem modellhaft für einen Ort eine Möblierung konzipiert und umgesetzt wird. Wir sind uns sicher, dass zum Beispiel Schreinergesell*innen in Kooperation mit lokalen Künstler*innen da schnell und flexibel etwas umsetzen können. Als Modellort käme der Escholzpark in Frage. Gerade der Raum um die rote Skulptur wird bisher kaum genutzt.
Dieser muss als Teil des Kulturlosfestivals ohnehin möbliert werden, verfügt über kaum Anwohner*innen und wird noch wenig genutzt.
Mit den gesammelten Erfahrungen schreibt die Stadt dann die Konzeption einer solchen Möblierung gezielt und interdisziplinär aus. Gerade junge Architekturbüros oder frische

Absolvent*innen aus den Hochschulen, Künstler*innen und Handwerkskammer könnten hier gut kooperieren.

Eine weitere schnell umsetzbare Variante zur Belebung des öffentlichen Raums ist auch das „Münchner Modell“ temporärer Stadtterrassen. Auf bislang wenig genutzten Plätzen können dort Bürger*innen nach Rücksprache mit den zuständigen Ämtern möblieren und diese so als konsumfreie Terrassen nutzen (siehe Süddeutsche). Als Plätze böten sich hier beispielsweise der Goetheplatz in der Wiehre, der Scherraplatz in Haslach, der Karlsplatz in der Innenstadt und viele weitere an.

Ein weiterer Baustein zur Nutzung des öffentlichen Raumes können auch sogenannte „Parklets“ sein – Parkraum, der individuell und nicht kommerziell genutzt wird – ein Konzept der Stadt dazu ist beauftragt uns steht noch aus.
Wir sind uns sicher, dass der öffentliche Raum durch die Erfahrungen der Corona Pandemie in Zukunft eine noch wichtigere Rolle im alltäglichen Leben der Freiburger*innen haben wird. Wir möchten darauf zeitgemäß reagieren und den Mitbürger*innen mehr Optionen für einen angenehmen Aufenthalt im Freien bieten.

Wir freuen uns über eine zeitnahe Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

Simon Sumbert, Fraktionsvorsitzender JUPI & Maria Mena, Stadträtin JUPI

Anke Wiedemann, Stellv. Fraktionsvorsitzende Grüne & Hannes Wagner, Stadtrat Grüne

Julia Söhne, Fraktionsvorsitzende SPD/Kulturliste Julien Bender, Stadtrat SPD/Kulturliste