Kinder- und Jugendhilfeausschuss am 25.10.

Am Montag spricht der Kinder- und Jugendhilfeausschuss über viele wichtige Themen – mit dabei: Nutzungsbedarf von Jugendlichen im öffentlichen Raum, Corona-Folgen für Kinder, Häusliche Gewalt. Ein Großteil der Tagesordnung geht auf Anträge unserer Fraktion zurück. Die Sitzung ist öffentlich. Alle Interessierten können an ihr teilnehmen. 

Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen

Erzieherische Hilfen stellen einen zentralen Pfeiler der Kinder- und Jugendhilfe dar. Sie erfüllen nicht nur den gesetzlichen Auftrag, Benachteiligungen abzubauen und gute Lebensbedingungen zu schaffen, sondern unterstützen Erziehungsberechtigten z.B. mit Beratung, Heimerziehung oder auch der Vollzeitpflege in der Ausübung ihrer Verantwortung. 

Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) brachte 2018 einen aktualisierten, landesweiten Bericht zu den Entwicklungen und Rahmenbedingungen der Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen heraus. Auch in Freiburg ist in den letzten Jahren einiges passiert: Seit dem letzten umfassenden Bericht vor 8 Jahren wurde das kommunale Angebot weiterentwickelt und ausgebaut (z.B. im Bereich der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen). Auf unseren Antrag aus dem vergangenen Jahr, wird eine Fachperson des KVJS am Montag vor Ort sein und über die Entwicklung für Freiburg gemeinsam mit der Verwaltung berichten.

Mehr (konsumfreie) Räume für Jugendliche

Die Beschränkungen der Corona-Pandemie haben den Druck auf den öffentlichen Raum erhöht, an manchen Orten kam es im Sommer zu heftigen Konflikten. Wir möchten den öffentlichen Raum für alle attraktiv machen und den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden – auch von jungen Menschen. Gemeinsam mit anderen Fraktionen haben wir die Verwaltung daher im Juli beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Jugendbüro einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten. Einen ersten mündlichen Bericht gibt es nun im Ausschuss.

Kinder als Betroffene von häuslicher Gewalt

Gewalt in Beziehungen kann verschiedene Formen annehmen. Im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik haben wir im Mai über die Daten von häuslicher Gewalt zwischen Partner*innen gesprochen. Daten zu Kindern fehlten bislang. Allerdings können auch Kinder von Beziehungsgewalt betroffen sein oder diese miterleben, was selten ohne Folgen bleibt. Sie geht nicht selten mit negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, soziale Entwicklung oder die schulischen Leistungen einher. Auch kann das Gewaltverhalten gelernt und später selbst angewandt werden. Deshalb haben wir im Juni nachgefragt, wie viele Kinder in Freiburg – direkt oder indirekt – von häuslicher Gewalt betroffen sind und welche Hilfeleistungen unsere Stadt sowohl präventiv als auch therapeutisch anbietet und ausbaut. Der Bericht folgt am Montag.

Folgen der Corona-Pandemie bei Kindern und Jugendlichen

Schul- und Kitaschließungen, Home Schooling, Kontakteinschränkungen – die Pandemie hat das Leben von Kinder und Jugendlichen massiv beeinflusst. In einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf zeigte fast jedes dritte Kind Hinweise auf eine psychische Belastung – vor der Pandemie waren es noch 20 %. Diese und weitere Ergebnisse deuten das Ausmaß der pandemiebedingten Folgen erst an. Wie sieht es in Freiburg aus? Auf unseren Antrag mit den Fraktionen ESFA, SPD/Kulturliste, CDU, JUPI und Freiburg Lebenswert folgt nun ein umfassender Sachstandsbericht aus den entsprechenden Ämtern, den Beratungsstellen, Bildungs- sowie Freizeiteinrichtungen. Ziel ist es, die psychosozialen Folgen der Pandemie bei Kindern und Jugendlichen sichtbar zu machen und konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Jahresbericht zur Wohnungsnotfallhilfe

Einmal jährlich berichtet die Verwaltung über die Entwicklungen in der Wohnungslosenhilfe. Besonders die vergangenen 1,5 Jahren waren aufgrund der Pandemie in diesem Bereich sehr herausfordernd. Der kalte Winter und eingeschränkte Angebote haben die Situation für Betroffene noch einmal verschärft. Nach dem Bericht im Sozialausschuss am 8.10. wird auch im kommenden Kinder- und Jugendhilfeausschuss über aktuelle Zahlen und Projekte berichtet. Ein Bestandteil: Hilfsangebote für junge wohnungslose Menschen und neue, aus der Corona-Krise abgeleitete Maßnahmen. Zuletzt wird im Ausschuss über den Ausbau der Straßensozialarbeit gesprochen, die alters- und zielgrupppenoffene aufsuchende Sozialarbeit im öffentlichen Raum für wohnungslose Menschen leisten.

Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss tagt am kommenden Montag, den 25. Oktober ab 16 Uhr im Neuen Ratssaal des Rathauses. Die Sitzung ist öffentlich. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können teilnehmen. Die Tagesordnung und Sitzungsunterlagen findet ihr hier.