Studie zeigt: Kolonialismus war fest in der Freiburger Stadtgesellschaft verankert

Im städtischen Kulturausschuss wurde jüngst eine Studie zur Verstrickung der Stadt Freiburg und der Freiburger Stadtgesellschaft in den Kolonialismus (Drucksache, Zusammenfassung der Studie) vorgestellt. Freiburg ist damit eine der ersten Städte in Deutschland, die eine detaillierte Untersuchung zu diesem Teil der Stadtgeschichte vorstellen können. Die von der Stadt finanzierte Untersuchung geht zurück auf einen interfraktionellen Antrag aller damals vertretenen Fraktionen im Freiburger Gemeinderat aus dem Jahre 2012, der auf Grüne Initiative zustande kam.

Fraktionsvorsitzende Maria Viethen

Fraktionsvorsitzende Maria Viethen (Bild: Britt Schilling)

„In der Freiburger Stadtgesellschaft war der Kolonialismus fest verankert – das wissen wir nun dank dieser Untersuchung“, so Fraktionsvorsitzende Maria Viethen. „Nun geht es darum, die Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der Freiburger Stadtgeschichte zu vertiefen und allen Freiburger*innen zugänglich zu machen.“ Dass 2021 eine Ausstellung in der Ausstellungshalle des Augustinermuseums geplant ist, wird von der Grünen Fraktion begrüsst.

Stadtrat Timothy Simms

Stadtrat Timothy Simms (Bild: Britt Schilling)

„Stadtgeschichte ist ein kontinuierlicher Prozess. Mit dem Kolonialismus verbunden ist ein tiefgreifender Rassismus. Es ist gut, dass die Stadt Freiburg sich aktiv um die Aufarbeitung dieses Teils der Geschichte bemüht und so an Vorarbeiten in Zivilgesellschaft und Museen anknüpft“, so Stadtrat Timothy Simms. So würde das Thema Freiburger Kolonialgeschichte seit über zehn Jahren von Heiko Wegmann und freiburg-postkolonial  aufgearbeitet, das Kommunale Kino habe das Thema mehrfach in Ausstellungen und Filmreihen aufgegriffen und die städtischen Museen hätten sich bereits vor über zwanzig Jahren mit der Geschichte der ethnologischen Sammlung beschäftigt. „Ohne diese Vorarbeiten wäre nie die Idee entstanden, dass Thema auch im Gemeinderat zu behandeln“, unterstreicht Timothy Simms die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements. 2015 wurde zudem ein kostenloser Audioguide veröffentlicht: Ein Hörspaziergang durch die Freiburger Innenstadt, der anhand verschiedener Stationen einen Einblick in die Freiburger Kolonialgeschichte bietet und den man auf sein Smartphone laden kann.

 

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