Oberflächenplanung Stadttunnel: Grüne haken nach!

Das Projekt Stadttunnel geht in eine neue Phase. Denn nun stehen die Planungen für die Neugestaltung der Oberflächen an. Unser Ziel: Möglichst viel Verkehr unter die Oberfläche und Bündelung des restlichen Oberflächenverkehrs auf eine Dreisamseite. Denn Verkehrsberuhigung schafft mehr Lebensqualität für die Stadt. In einem Brief an den Oberbürgermeister erinnern wir nochmals an die Beschlusslage, diese Bündelung auf einer Seite nun zu prüfen!

Brief an den Oberbürgermeister vom 11. September

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die BZ berichtet heute auf Grundlage einer städtischen Pressemitteilung vom 10.9.18 über die weiteren Planungen zur Neugestaltung der Oberflächen entlang der Dreisam nach Inbetriebnahme des Stadttunnels: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/stadt-untersucht-verkehr-auf-den-uferstrassen–156565120.html

Hierzu soll u.a. ein Verkehrsgutachten im Auftrag der Stadt Freiburg erstellt werden, das die Möglichkeiten untersucht, wie der künftig oberirdisch verbleibende Verkehr verlaufen kann.

Zu Recht weist die BZ darauf hin, dass die bisherige Stadtverwaltungsspitze sowie eine große Gemeinderatsmehrheit für einen Rückbau der oberirdischen Uferstraßen von bislang vier auf künftig zwei Spuren, d.h. je eine in W-O- und O-W-Richtung eintritt. Bei einer vorausgesagten Reduzierung des oberirdisch verbleibenden Restverkehrs um über zwei Drittel (und einer rund 80%-igen Verlagerung des LKW-Verkehrs in den Tunnel) ist dies aus unserer Sicht zwingend und würde große Chancen für eine Verkehrsberuhigung, eine bessere Verbindung der nördlich und südlich der Dreisam gelegenen Stadtteile sowie eine längst überfällige Anbindung der Innenstadt an die Dreisam ermöglichen.

Dies wäre z.B. durch eine Bündelung des verbleibenden Restverkehrs in beide Richtungen auf den südlichen Dreisamuferstraßen möglich, was im Gegenzug eine Herausnahme des Verkehrs auf den nördlichen Dreisamuferstraßen und eine Öffnung der Innenstadt zur Dreisam mit vielfältigen neuen Nutzungsmöglichkeiten eröffnen würde (Stichwort „Dreisamboulevard“).

Stadtrat Gerhard Frey

Stadtrat Gerhard Frey (Bild: Britt Schilling)

Die Demonstration dieser Jahrhundertchance für die Stadt Freiburg hat ja die hiesige Architektenschaft als Beitrag zum Stadtjubiläum vorgeschlagen, d.h. eine Sperrung der nördlichen Dreisamuferstraßen während einer geeigneten Zeitspanne, um den BürgerInnen anschaulich zu machen, welche großartigen Möglichkeiten eine solche stadträumliche Integration der Dreisam und deren nördliche Uferbereiche durch Herausnahme des Auto- und LKW-Verkehrs bieten könnte. Sie selbst, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, haben ja diese Idee bereits in einem Interview in der September-Ausgabe des CHILLI-Magazins unterstützt. Zitat: „Ich werde auch dafür kämpfen, dass wir ein autofreies Wochenende kriegen auf der B 31“.

Diese politische Unterstützung ist eine gute Basis für die weitere Entwicklung dieses auch aus dem Gemeinderat breit unterstützten Projektes der Architektenschaft, auch wenn wir die von Ihnen angesprochene Dauer einer solchen Unterbrechung als viel zu kurz einschätzen, um hier aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Über die Zeitdauer eines solchen Demonstrationsprojektes wird deshalb sicherlich noch intensiv zu diskutieren sein.

Wir möchten aber noch auf einen weiteren wichtigen Aspekt eingehen, der in den künftigen Planungen und in den angekündigten Verkehrsgutachten zwingend zu berücksichtigen ist:

Der Freiburger Gemeinderat hat bereits am 12.07.2016 einem Antrag der GRÜNEN Fraktion zur künftigen Oberflächenplanung der B 31 mit überwältigender Mehrheit zugestimmt (siehe Anlage). Danach ist die Verwaltung beauftragt, dem Gemeinderat Planungsalternativen vorzulegen, die

a) den oberirdisch verbleibenden Verkehr auf der B 31 zwischen Greiffeneggring und Kronenbrücke auf nur einer Seite der Dreisam bündelt    und

b) die Bündelung des auf der B 31 oberirdisch verbleibenden Verkehrs in Richtung West und Ost über die Leo-Wohleb-Brücke/Straße vorsieht, verbunden mit einer Herausnahme des Durchgangsverkehrs aus der oberen Schwarzwaldstraße zwischen Hilda- und Talstraße.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir erwarten von der Stadtverwaltung, dass diese Aufträge im Rahmen der zu erstellenden Gutachten sorgfältig abgearbeitet werden und mit Nachdruck auf eine Lösung hingewirkt wird, die eine so weit wie möglich gehende oberirdische Verkehrsentlastung westlich des Ganterknotens und insbesondere auf den Dreisamuferstraßen mit sich bringt und eine Anbindung der Stadt an die Dreisam mit vielen neuen Nutzungsoptionen für die Bevölkerung eröffnet.

Mit freundlichen Grüßen

Für die Fraktion B’90/DIE GRÜNEN
gez. Gerhard Frey
stv. Fraktionsvorsitzender

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