Kleineschholz: Klimaneutral

Die aktuelle Hitzewelle als Vorgeschmack auf die dramatische Klima-Entwicklung erfordert ein noch schnelleres Handeln gerade auf kommunaler Ebene, deshalb fordern wir, dass das neue Quartier Kleineschholz klimaneutral konzipiert wird. Zudem wollen wir für das Gebiet Optionen für einen Plus-Energie-Stadtteil prüfen lassen.

Beitrag im Amtsblatt vom 5. Juli 2019

Kleineschholz: Klimaneutral

Um der wachsenden Wohnraumknappheit zu begegnen, soll zwischen Arbeitsagentur und Güterbahn  ein neues gemischtes Stadtquartier mit mehr als 550 Wohnungen für bis zu 1.500 BewohnerInnen entstehen. Mit Kitas, Quartiersplatz samt Nahversorgungsangeboten und wohnverträglichen Arbeitsplätzen. Dafür müssen leider die bestehenden Kleingärten weichen, den Betroffenen werden aber Ersatzgärten angeboten. Zudem sollen in einem geplanten großen Stadtteilpark u.a. Möglichkeiten für Urban Gardening, Mieter- und Gemeinschaftsgärten wie auch für eine gärtnerische Nutzung auf Dachflächen entstehen. Erhaltenswerter Baumbestand und wertvolle Biotope im Bereich der künftigen grünen Mitte sollen in den neuen Freizeit- und Erholungsraum integriert werden: Für Alt- und NeubewohnerInnen sowie die Beschäftigten und BesucherInnen z.B. des neuen Rathauses, der Unikliniken und der benachbarten Schulen. Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise wollen wir GRÜNE, dass das neue Quartier zumindest klimaneutral, besser als Plus-Energie-Stadtteil konzipiert wird.

Wir setzen uns auch dafür ein, dass mindestens 50% des Wohnraums als öffentlich geförderte Mietwohnungen entstehen und die Grundstücke vor allem an gemeinwohlorientierte Bauinteressierte vergeben werden. Wir wollen zudem, dass ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept umgesetzt wird, mit klarem Vorrang des Umweltverbundes aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr gegenüber dem Auto. Wir befürworten autofreie Wohnangebote sowie eine Minimierung teurer PKW-Tiefgaragenplätze, deren Kosten die Wohnungsmieten treiben. Und wir streben ein Modellquartier an, das alle sinnvollen Möglichkeiten zur Klimaanpassung optimal nutzt und Artenschutz wie Biodiversität fördert.

Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht, befindet sich doch die gesamte Fläche im öffentlichen Eigentum, weshalb  die Stadt – z.B. über ein nachhaltig orientiertes Vermarktungskonzept – optimale Steuerungsmöglichkeiten hat.

Ein entsprechender Antrag für die kommende Gemeinderatssitzung ist bereits gestellt und die Verwaltung hat signalisiert, unsere Vorstellungen zu übernehmen. 

Europaviertel: Wohnen und mehr

Nach jahrelangen intensiven Verhandlungen zwischen Stadt und Grundstückseigentümern scheint jetzt eine Grundlage gefunden, wie es an der nordöstlichen Bahnhofsachse, d.h. am Eckbereich Bismarckallee/Friedrichstraße, weiter gehen könnte. Ein überdimensionierter Wettbewerbsentwurf wurde dabei um mehr als 20m Gebäudehöhe abgespeckt und die Baumasse um rund ein Drittel reduziert. Damit liegt nun ein städtebauliches Konzept vor, das eine attraktive und ortsverträgliche Neubebauung dieses exponierten Standorts ermöglicht.

Die grüne Fraktion hat dazu einen Zusatzantrag für den Gemeinderat am 9. Juli eingereicht, der folgende Zielsetzungen für das weitere Verfahren beinhaltet:

Wir legen Wert darauf, dass in den Erdgeschosszonen überwiegend öffentliche Nutzungen realisiert werden und auch für die Obergeschosse frühzeitig ein standortverträgliches attraktives Nutzungskonzept vorgelegt wird. Dies soll explizit keine weitere Hotelnutzung beinhalten, dafür aber eine möglichst umfangreiche gemischte Wohnnutzung in hierfür geeigneten Gebäudeteilen, darunter auch ein angemessener Anteil geförderter Mietwohnungen. Und die architektonische Qualität der Neubauten sollte möglichst unter Beteiligung des Gestaltungsbeirats gewährleistet werden. 

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