Stadträtin Vanessa Carboni (Bild: Britt Schilling)

„Auch für uns ist für den Tuniberg eine weiterführende Schule unabdingbar“

Welche Schulart an den Tuniberg kommt – Gymnasium oder Gemeinschaftsschule – soll nun in einer Bürger*innenbeteiligung geklärt werden. Stadträtin Vanessa Carboni betont in ihrer Rede, warum eine Gemeinschaftsschule besser wäre.

Rede von Stadträtin Vanessa Carboni zu TOP 5 der Gemeinderatssitzung am 18.5.2021: Weiterführende Schule am Tuniberg, h i e r :Beteiligungsverfahren zur Schulart

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Horn,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Buchheit,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Anwesende,

Bildung ist die Zukunft heißt es- aber Bildung ist mehr. Sie ist auch der Grundstein der Gegenwart! Und um Gegenwart geht es jetzt- und zwar am Tuniberg.

Stadträtin Vanessa Carboni (Bild: Britt Schilling)

Vor knapp einem halben Jahr haben wir hier mit breiter Mehrheit einen ersten Stein gelegt. Die Schulartsuche wird mit einem Beteiligungsverfahren am Tuniberg nun gestartet und dadurch validiert. Wir halten den Vorschlag der Verwaltung für finanziell ausgewogen und durchaus output-orientiert. Auch wir möchten, dass die unterschiedlichen Möglichkeiten transparent dargestellt werden – und so die Elternschaft informiert werden kann. Dass dabei eben die Lösung eines Gymnasiums und die einer Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe besonders intensiv diskutiert werden wird, liegt an dem akuten Bedarf an Oberstufenplätzen.

Dabei gibt es nun zwei unterschiedliche Ebenen der Diskussion – die manche hier gerne unsachlich vermischen.

1) Die Systemfrage

Die Frage, welche Schulart am Tuniberg favorisiert wird, wird durch das Beteiligungsverfahren nochmal intensiv mit den Menschen direkt diskutiert werden. Der Zeitrahmen wird nicht wesentlich verlängert und man erhält aktuelle direkte Antworten. Wie kann man da dagegen sein? Ist Dialog nicht sinnvoll? Ist Beteiligung plötzlich etwas, was man als dynamische Stadt scheut? Dass wir als Grüne für den Tuniberg eine Schulart favorisieren ist klar: Eine GMS+O.  Eine Schule für alle – eine, die die Durchlässigkeit erleichtert, weil sie unter einem Dach geschieht , eine dabei bestehende soziale Ungleichheiten löst. Dies führt unserer Meinung nach zu mehr individueller Gerechtigkeit und zu einer erfolgreichen Ausschöpfung der Bildungspotenziale unserer Stadt. Während die Befürworter eines Gymnasiums besonders den Fokus auf die unzumutbare Distanzen für gymnasiale Kinder hinweisen, greift dieses Argument letzten Endes nicht komplett. Denn bei einem Gymnasium müssen die Realschüler*innen und Werkrealschüler*innen ja einen weiteren Schulweg auf sich nehmen. Eine GMS+O hingegen bietet für alle eine Lösung vor Ort und lässt keine Schüler*innengruppe zurück. Und darum geht es – gerade nach Corona müsste auch den letzten klar sein: Wir dürfen keine Kinder verlieren, denn Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben!

2) Die Bedeutung des Tunibergs

Wir haben sicherlich unterschiedliche Vorstellungen davon, wie wir in unseren Schulen Bildung und Teilhabe bestmöglich umsetzen können. Dass wir ein Gymnasium nicht für die beste Lösung halten, liegt nicht an einer mangelnden Wertschätzung des Tunibergs. Im Gegenteil: Auch für uns ist für den Tuniberg eine weiterführende Schule unabdingbar und auch wir wollen, dass diese möglichst schnell kommt. Sie ist als infrastruktureller Baustein unabdingbar. Gerade junge Familien (und auch ich ganz privat) schätzen die nahe Lage zur Kernstadt und die umliegende Natur. Ob der Tuniberg eine weiterführende Schule anbieten wird, ist in Hinblick auf den Rahmenplan Tuniberg besonders für Familien und deren Zuzug entscheidend – und daher nicht verhandelbar, wenn man Stadtentwicklung ernst nimmt. Ich bin zuversichtlich, dass diese Entwicklung nun erfolgreich voran gehen kann und die Menschen bei dem Beteiligungsverfahren aktiv eingebunden werden. Und ich persönlich denke auch, dass die Menschen die Vorteile einer GMS+O sehr schätzen werden: Sie hat jenseits von Schulnoten einen umfassenderen Begriff von Bildung, motiviert und unterstützt alle Kinder in ihrer differenzierten Persönlichkeitsentwicklung und hat den Vorteil, dass die Hausaufgaben an der Schule erledigt und damit nicht nur die Kinder, sondern auch Familien entlastet werden. Das bedeutet freie Abende mit Freunden, Familie und Vereinen!

Abschließend ist nochmals deutlich festzuhalten, dass ich mich für den konstruktiven Austausch mit Frau Schumacher und vielen weiteren Akteuren am Tuniberg bedanke. In der Sache auch manchmal unterschiedlicher Meinung wurde immer offen und ehrlich informiert und diskutiert. Das war sehr bereichernd und genau dasselbe beginnt nun auch für alle mit dem Beteiligungsverfahren. Etwas worauf wir stolz sein können! Vielen Dank an die Verwaltung und wir freuen uns auf die Ergebnisse, damit wir dann aus dem Grundstein der Gegenwart eine erfolgreiche Bildungszukunft am Tuniberg bauen können!

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