Straßen für Menschen – Superblocks für Freiburg?

Der Autobesitz in Freiburg steigt trotz zahlreicher Bemühungen, umweltfreundliche Mobilität zu fördern. In Quartieren wie der Wiehre oder Haslach wird der öffentlich Raum von Autos dominiert. Auf Einladung der Grünen Fraktion und des Bürgervereins Mittel- und Unterwiehre diskutierten wir im Weingut Dilger mit Dirk von Schneidemesser (Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung und Initiator der Berliner Kiezblock-Bewegung Changing Cities e.V.) Möglichkeiten, den Verkehr in bestehenden Quartieren zu reduzieren. 

Eine bewährte Option, den Verkehr im Bestand zu reduzieren sind sogenannte Superblocks, die  es bereits in Städten wie Barcelona, Ghent oder London gibt und die in Berlin geplant werden. Als Superblock wird ein städtisches Viertel ohne Durchgangsverkehr bezeichnet.  Ein ausgeklügeltes System aus modalen Filtern und Einbahnstraßen verhindert, dass das Gebiet als Abkürzung verwendet wird. Weniger KFZ-Verkehr bedeutet weniger schädliche Luft- und Lärmemissionen. Die Aufenthaltsqualität steigt, Straßen werden sicherer und für Fuß- und Radverkehr werden die Verbindungen attraktiver. Alle Gebäude sind trotzdem für Rettungsdienste, Lieferverkehr und Anwohner*innen erreichbar, allein die Querung mit dem KFZ ist nicht möglich. 

Anhand von Stadtplänen wurde am Ende der Veranstaltung noch überlegt, wie Superblocks in Freiburg – exemplarisch an den Stadtvierteln Wiehre und Haslach – umgesetzt werden könnten. Dabei stand nicht das „ob“, sondern das „wie“ im Zentrum. Die Ideen wurden am folgenden Tag bei zwei Stadtteilspaziergängen in der Wiehre und in Haslach vor Ort unter aktiver Beteiligung der Bewohner*innen diskutiert. 

Das Konzept besticht. Wir bleiben dran!