Barrierefrei: Strassenbahnüberquerung in der Basler Strasse (Bild: Timothy Simms)

Lohnendes Ziel: Freiburg barrierefrei!

Artikel von B90/Grüne im Amtsblatt vom 06.05.2016

Mehr als 25.000 schwer behinderte Menschen leben in Freiburg – eine aufwühlende Zahl, die der Politik keine Ruhe lassen darf. Um den Betroffenen das Leben so weit wie irgend möglich zu erleichtern, gibt es EU-weit, von Bund und Ländern eine Vielzahl von Vorschriften, Regelwerken, Konzeptionen und Förderprogrammen.

Die konkrete Umsetzung aber muss immer vor Ort erfolgen, und so kommt es entscheidend auf die Stadt an, wie schnell – und wie konsequent – es gelingt, ein möglichst „barrierefreies Freiburg“ zu schaffen und so allen Menschen eine weitgehend uneingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Der 2015 vom Gemeinderat beschlossene „Aktionsplan Inklusion“ definiert hier ehrgeizige Ziele.

Fast überall dort, wo die Stadt derzeit „umgebaut“ wird oder zuletzt umgebaut wurde, haben sich die Bedingungen für viele verbessert, die eben nicht „gut zu Fuß“ sind. Vergleichsweise schwierig und teuer ist die Umsetzung im Bereich Altstadt, wo Belange des Denkmalschutzes (v.a. beim Pflasterbelag), der Außengastronomie oder des Einzelhandels für Konflikte sorgen.

Noch vor der Sommerpause soll deshalb der Gemeinderat dazu ein Maßnahmenpaket beschließen, das zunächst für die Innenstadt einen enormen Fortschritt brächte: Ein von allen Fraktionen getragener Antrag hat das Ziel, bis zum 900jährigen Stadtjubiläum 2020 die „weitgehend barrierefreie Umgestaltung des Münsterplatzes, des Rathausplatzes und des Augustinerplatzes (einschließlich der wichtigsten Zugangswege)“ zu schaffen. Dafür müssten dann auch die erforderlichen Finanzmittel im städtischen Haushalt bereitgestellt werden.

Parallel dazu soll es auch beim ÖPNV im Stadtgebiet deutlich vorangehen: Bis 2022 – so der Antrag – soll der „barrierefreie Umbau aller ÖPNV-Haltestellen im Stadtgebiet“ erreicht sein. Eine wahre Herkulesaufgabe, denn es gibt über 350 davon. Andererseits kann es sich die Stadt kaum leisten, in Sachen Barrierefreiheit von der Deutschen Bahn überholt zu werden. Die wird bis 2019 u.a. die Stationen der Höllentalbahn entsprechend „ertüchtigen“. Nicht nur am Wiehrebahnhof – wo Aufzüge ergänzt werden – kommt es deshalb zu größeren Umbaumaßnahmen.

Ein ganz zentrales Anliegen des Freiburger Behindertenbeirats indes kam seit Jahren nicht vom Fleck: der barrierefreie Hauptbahnhof – obgleich für viele Freiburg-Besucher erster Eindruck und Visitenkarte der Stadt! Doch ganz aktuell kommen von der DB hoffnungsvolle Signale – welch wunderbare Geschenkidee wäre das zu Freiburgs 900stem Geburtstag …

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