Unterführung Reutebachgasse

Die Bahn muss die sehr enge Bahnunterführung in der Reutebachgasse erneuern. Die Renovierung soll zum Anlass genommen werden, mehr Platz für Fuß und Radverkehr zu schaffen – das kostet der Stadt sehr viel Geld. Dieses ist aber nur gut investiert, wenn das Mehr an Platz für Fuß- und Radverkehr auch nach der Unterführung weitergeführt wird.

Rede von Stadträtin Annabelle Kalckreuth zu TOP 28 der Gemeinderatssitzung am 27.7.2021

Stadträtin Annabelle von Kalckreuth (Bild: Britt Schilling)

Sehr geehrte Damen und Herren,


In den letzten Tagen haben wir in Freiburg viel über Gehwegbreiten geredet. Laut Verkehrsentwicklungsplan sollen Zufußgehende 2,5 Meter Platz auf Fußwegen haben – eine Breite, die an vielen Orten dieser Stadt nicht eingehalten wird. 

Es ist also sehr begrüßenswert , dass die sehr engen Gehwege der Unterführung in der Reutebachgasse nun auf 2m50 verbreitert werden sollen. 

Bei den sehr hohen Kosten von 2,5 Mio Euro mussten wir aber erstmal schlucken – das wird ein sehr teurer Gehweg! Weil die Bahn die Verbreiterung der renovierungsbedürftigen Unterführung nicht zahlt, muss die Stadt für eine kurze Tunnelverbreitung circa 2,5 Mio Euro (bzw 1,5 Mio wegen Fördermitteln) bezahlen. Unterführungen baut man für viele Jahre, sie  kosten viel Geld und gute Fußwege sind wichtig  –  darum werden wir der Drucksache auch zustimmen. 

ABER: Ein breiter Gehweg in der kurzen Unterführung ist nur ein sehr kleiner Schritt hin zu einer Lösung der dortigen Verkehrskonflikte. Wenn man aus der Unterführung tritt, treffen sich Autos, schnelle Radler*innen und Zufußgehende auf einer unübersichtlichen Kreuzung , auf einer Seite wird der Fußweg gar nicht weitergeführt- durch die wahrscheinliche Führung des RS 6 wird’s wahrscheinlich noch ein bisschen unübersichtlicher.

Wir hätten uns gewünscht, dass uns anlässlich so kostspieliger Entscheidungen (das Geld wird im Haushalt dem vergleichsweise niedrig budgetierten Topf für Fußverkehr entnommen) auch eine Planung für eine weitergehende, gute Wegführung vorgelegt wird. Aber die Zeit drängt – die Bahn pocht auf ein schnelle Rückmeldung.
Mit unserer Zustimmung geben wir dem GuT einen Vertrauensvorschuss: auch der weitere Weg soll rasch im Sinne der Schul- und Kitakinder umgestaltet werden – das ist an dieser Stelle eine echte Herausforderung. 


Wir werden uns dafür einsetzen, dass neben der Unterführung weitere notwendige Maßnahmen für sicheren Fuß- und Radverkehr in Zähringen umgesetzt werden.