„Jede Mühe und jeder Euro sind hier gut angelegt!“

„Wohnraumsicherung und Prävention helfen Menschen nachhaltiger, sollte die Wohnungslosigkeit allerdings eingetroffen sein, gilt es eine Unterbringung zu sichern und langfristig die Rückkehr in den regulären Wohnungsmarkt zu ermöglichen.“, so Stadtrat Jan Otto in seiner Rede zur Wohnungssnotfallhilfe. Die Stadt tut hier bereits viel und ist zu loben.

Rede von Stadtrat Jan Otto zu TOP 5 der Gemeinderatssitzung vom 22.10.2019: Jahresbericht der Wohnungsnotfallhilfe

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Horn,
sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach,
sehr geehrte Kolleg*innen,
sehr geehrte Gäste,

Stadtrat Jan Otto (Bild: Britt Schilling)

Ich möchte mit einem herzlichen Dank an alle im Bereich der Wohnungsnotfallhilfe Beschäftigten – sei es bei der Verwaltung oder bei den Trägern – und Engagierten beginnen. Wir haben in Freiburg – auch wenn es in diesem Kontext falsch klingt – das Glück, dass sich viele verschiedene Organisationen, Einzelpersonen und die Verwaltung mit großem Engagement diesem Thema widmen. Der Umfang der Drucksache zeigt auch, wie vielfältig die Stadt Freiburg in diesem Bereich engagiert ist, beispielsweise auch eine neues Modellprojekt zur dezentralen Unterbringung. Unterschiedliche Unterbringungsformen, die wir ja auch auf Einladung der Stadt besuchen konnten haben diesen Eindruck für viele von uns noch einmal ganz konkret gemacht. Die baulichen Missstände besonders im Wohnheim in der Wonnhalde sind bekannt und werden nach Möglichkeit auch angegangen.

Die Vorberatung im Sozialausschuss hat auch gezeigt, wie intensiv Stadt und Stadtbau im Bereich der Prävention und Wohnraumsicherung unterwegs sind. Jede Mühe und jeder Euro sind hier gut angelegt, verhindern sie doch hoffentlich drohende Wohnungslosigkeit und sichern nachhaltig Wohnraum.

Ich will aber auch die Schattenseiten des Themas nicht verschweigen: so ist das Phänomen der verdeckten Wohnungslosigkeit auch ein großes Problem in Freiburg, auch wenn es – wie es der Name schon sagt – keine letztgültigen Zahlen gibt und wir uns hier mit einer Erhebung über die Postersatzadressen behelfen müssen, die wir dankenswerterweise in Zukunft noch öfter erheben. Auch die Wiedervermittlung in den regulären Wohnungsmarkt ist in Freiburg ein besonderes Problem, worauf auch die durchschnittliche Übernachtungszahl pro Person deutlich hinweist. Auch hier ist unser Wohnungsmarkt äußerst dysfunktional.

Wir sind aber auch froh, dass die besonders gefährdeten Gruppen – namentlich Familien, Jugendliche und Frauen – extra ausgewiesen und auch individuell behandelt werden. Es kennt sicher jede*r von uns die Berichte der Frauenhäuser und Frauenschutzorganisationen, dass Frauen teilweise in die problematischen Situationen zurückkehren müssen aus der sie entkommen wollten, da die Kapazitätsgrenze der Frauenhäuser erreicht ist oder eine Weitervermittlung in den regulären Wohnungsmarkt nicht gelingt. Auch hier hat die Stadt Maßnahmen ergriffen und mehr Plätze für Frauen sowie ein Wohnheim für Familien geschaffen. Wir möchten gerne anregen in diesem Bereich weiter aktiv zu bleiben und den entsprechenden Bedarfen gerecht zu werden.

Schließen möchte ich mit dem Grundsatz, den ich auch aus der Vorberatung von Seiten der Verwaltung so wahrgenommen habe: Wohnraumsicherung und Prävention helfen Menschen nachhaltiger, sollte die Wohnungslosigkeit allerdings eingetroffen sein, gilt es eine Unterbringung zu sichern und langfristig die Rückkehr in den regulären Wohnungsmarkt zu ermöglichen.

Wir werden der Drucksache zustimmen. Vielen Dank!

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