Teilen statt Kaufen: Sharing-Konzepte in Freiburg

Das Konzept des Teilens ist nicht neu. Bibliotheken, Waschsalons, Fahrgemeinschaften – Beispiele des gemeinsamen Nutzens gibt es schon lange. Mit der Digitalisierung bekommt die so genannte „Sharing Economy“ neuen Aufschwung. Zurecht, denn Teilen schont die natürlichen Ressourcen und unsere Geldbeutel. Welche Sharing-Konzepte es in Freiburg gibt, zeigte uns KauFRausch e.V. auf einem gemeinsamen Stadtrundgang.

Bei einem kurzen Warm-up setzten Gretel Schumacher und Jonas Bauschert von KauFRausch e.V. Freiburg die zwanzig Teilnehmenden beim Tanzbrunnen in Bewegung. Dabei fällt auf: Langsamen Schrittes nehmen wir uns und unsere Umwelt besser wahr.

Entschleunigung in Zeiten der Beschleunigung – darum geht es auch beim nachhaltigen Umgang mit Konsum. Immer schneller, besser, neuer ist die große Verführung unserer Zeit. Doch halten wir inne, merken wir schnell, wir kaufen mehr als wir brauchen: Ganze 13 Minuten läuft in deutschen Haushalten durchschnittlich eine Bohrmaschine, hochgerechnet auf ihr gesamtes Leben. Ein PKW steht im Schnitt 23 Stunden täglich. Und 4,7kg Kleidung pro Person landen jährlich im deutschen Müll. Statt individueller Käufe können durch gemeinsame Nutzung nicht nur neue Bekanntschaften entstehen, sondern auch Produkte effizienter genutzt und damit weniger Ressourcen und Geld verschwendet werden. 

KauFRausch e.V. stellte auf dem Rundgang viele Alternativen vor:

  • Öffentliche Bücherschränke wie auf der Sedanstraße laden Passant*innen dazu ein, Bücher kostenlos und anonym zum Tausch oder zur Mitnahme anzubieten. Eine Liste mit Standorten findet ihr hier.
  • Sticker beispielsweise von Pumpipumpe erleichtern auf Briefkästen das Teilen von Gegenständen in der Nachbarschaft.
  • Gemeinsam mobiler: Ob das gemeinsame Nutzen von PKWs über Carsharing, z.B. mit Stadtmobil oder Grüne Flotte, der ÖPNV oder das Teilen und gemeinsame Reparieren von Fahr- und Lastenrädern mit LastenVelo (kostenfrei) oder Frelo – in unserer Stadt sind wir auch ohne eigene Anschaffungen mobil.
  • Neben zahlreichen Second-Hand-Läden bietet die Kleiderei Freiburg Kleidung zum Verleih gegen eine monatliche Gebühr an. Das bringt Abwechslung in die Kleiderschränke ohne Textilmüll.
  • Über die Initiative Mietshäusersyndikat können Häuser kollektiv angeeignet und bezahlbar bewohnt werden.
  • Foodsharing hilft dabei, weniger Lebensmittel zu verschwenden und stellt über so genannte „Fairteiler“ gerettete Lebensmittel innerhalb der Stadt kostenlos zur Verfügung. Eine Übersicht über solche Verteilstellen in Freiburg findet ihr hier.

Warum ist das Teilen in Zeiten des Überflusses überhaupt wichtig?

Der Schein des Überflusses trügt, denn unsere Ressourcen sind endlich. Trotzdem verbrauchen wir mehr als uns zur Verfügung steht: Bereits am 5. Mai diesen Jahres hat Deutschland die Menge an Ressourcen verbraucht, die uns in Relation zu unserer Landesgröße ökologisch gesehen für das ganze Jahr zur Verfügung steht. Damit sind wir auf Platz 4 der weltweit verschwenderischsten Nationen. Würden alle Länder so viel verbrauchen wie wir, verbrauchten wir Berechnungen zufolge jährlich im Schnitt 2,9 Erden. Damit sind wir Teil des Problems und verspielen die Lebensgrundlage aller zukünftigen Generationen. Die Situation wird sich durch die wachsende Weltbevölkerung und den steigenden Konsum noch deutlich verschärfen. Deswegen ist es so wichtig, jetzt umzusteuern.

Weitere Informationen über Anlaufstellen und nachhaltige Alternativen in Freiburg gibt es in der Broschüre „Freiburger Fairfuhrung„.