Rede

Erweiterung des P & R Konzepts

Stadträtin Annabelle von Kalckreuth (Bild: Britt Schilling)

In Freiburg wird das Park & Ride Konzept erweitert – Einpendler*innen haben bald die Möglichkeit, am Stadtrand zu parken und das Parkticket für eine Weiterfahrt nutzen zu können.

Rede von Annabelle Kalckreuth zu TOP 21 des Gemeinderats am 26. Juli 2022 (aus Zeitgründen nicht gehalten)

Sehr geehrte Damen und Herren, 

ich freue mich, dass wir heute mit einer hoffentlich großen Mehrheit einen weiteren Baustein zur nachhaltigen Mobilität in Freiburg beschließen werden: die Erweiterung des Park & Ride Konzepts.

Das GuT ist den Auftrag sehr pragmatisch angegangen , vorhandene Parkplätze werden genutzt,   Wege multimodal, also mit mehreren Verkehrsträgern, gedacht und  ein Preissystem geschaffen, das das Parken und das Fahren mit dem ÖPNV gemeinsam angeht. 

Dieses Zusammendenken von Auto und ÖPNV soll eine Anreiz für Einpendler*innen bieten, außerhalb des Stadtzentrums zu parken und auf den ÖPNV umzusteigen – die Idee ist vielversprechend.

Dass der klimapolitische Effekt dabei erstmal ausbleibt machen hoffentlich eine verkehrsberuhigtere Innenstadt und entspanntere Einpendler*innen wett. Und wer weiß, vielleicht leitet das regelmäßige Fahren mit dem ÖPNV ja die Eine oder den Anderen zum kompletten Umstieg an – zumal in der Tarifstruktur des ÖPNV gerade einiges in Bewegung ist. 

Da wir den Bericht heute erstmal noch nur zur Kenntnis nehmen und das ganze P&R Thema sich im Prozess befindet, noch einige Anregungen: 

  • Einpendler*innen könnten auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß in die Stadt wollen – auch das sollte bedacht und ein Angebot geschaffen werden (Frelo, Radstellplätze)
  • Bitte erwägen  Sie auch weitere vorhandene Parkplätze wie die Ensisheimer Straße oder die Messe mit 1500 Stellplätzen mit ins P& R System mit auf –  ist ein einmaliger Fußweg von einem Kilometer wirklich nicht zumutbar? Die Strecke geht man in 10 Minuten und kann für den ein oder anderen Gelegenheit zur täglichen Bewegung sein…wäre vlt einen Versuch wert
  • Ein Großteil des Autoverkehrs ist Freizeitverkehr. Darum könnten die Parkplätze auch für Ausflüge zum Auspendeln genutzt werden. man fährt mit dem ÖPNV zum Parkplatz und dann mit dem Auto weiter – darum bitte ich Sie, auch Carsharing an den P&R-Plätzen ins Auge zu fassen. 
  • Um die Fehlbelegung zu kontrollieren braucht man Personal, das eigentlich jetzt schon fehlt. Es wäre gut, das im kommenden Haushalt mit einzuplanen. 
  • Momentan brauchen wir noch Parkscheinautomaten, die viel Geld kosten, Aufwand machen und die Parkraumbewirtschaftung in die Länge ziehen – es wäre wünschenswert, hier eine digitale Alternative möglich zu machen – bitte bleiben Sie da dran, Freiburg würde sich als Pilotregion anbieten. 

Weil in der Vorlage auch die physische Erweiterungen der P&R-Plätze thematisiert werden: Ich fände es begrüßenswert, wenn Autos künftig vornehmlich in Garagen und Parkhäusern stehen statt auf der Straße. Aber wir haben jetzt schon viele Parkgaragen und Stellplätze in der Stadt, die fast nie ausgelastet sind. 

Wir werden in den nächsten drei Jahren 3,3 Mio. Euro für das P&R Konzept einstellen, unsere Haushaltslage lässt gerade wenig Spielraum und der Platz in unserer Stadt ist knapp. 

Ich möchte daran erinnern, dass DIE soziale Herausforderung das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum ist – nicht von Parkraum , denn an dem mangelt es uns in der Stadt eigentlich nicht. 

Wir wollen daher, dass wir nun erstmal versuchen, die vorhandenen Parkplätze so effizient wie möglich zu nutzen. Das GuT hat auch zugesagt, weiter auch im Bestand an der „Multimodalität“ der Parkflächen zu arbeiten. 

Wenn wir wissen, wie das aktuelle System P&R System angenommen wird, können wir über das Thema gerne nochmal reden.

Wenn am Stadtrand  mehr Parkplätze genutzt und/oder geschaffen werden sollten  wir in der Konsequenz auch über das Abschaffen von Parkraum im öffetnlichen Raum in der Innenstadt reden – das könnte die Straßen der Innenstadt noch mehr beleben – ich hoffe, dass es dann auch dafür einen großen Konsens gibt.

Gespannt bin ich auf die Diskussion zur neuen Parkgebührensatzung  im Herbst. Einerseits müssen die Kosten des Parkens, andererseits die für die Nutzung des ÖPNV abgebildet werden und es muss für die Nutzer*innen attraktiv bleiben – ein Balanceakt.

Ich wünsche den Kolleg*innen von GuT und VAG dafür eine gute Hand beim Tüfteln!

Danke schön!