FT-Sportpark: „Zukunft braucht Herkunft“

Die Freiburger Turnerschaft hat ein umfassendes Zukunftskonzept vorgelegt. Der Gemeinderat hat nun mit dem Grundsatzbeschluss zur Finanzierung des FT-Sportparks die Weichen gestellt, damit einer der größten Vereine Südbadens auch weiterhin seine wertvolle Arbeit fortsetzen kann.

Rede von Stadtrat Jan Otto zu TOP 6 der Gemeinderatssitzung vom 26.10.2021: Grundsatzbeschluss über die Finanzierung des FT-Sportparks (G-21/140)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Horn,
sehr geehrte Dezernent*innen,
sehr geehrte Kolleg*innen,
sehr geehrte Vertreter*innen der FT und Gäste,

die meisten von Ihnen haben sicherlich bereits viele Zukunftskonzepte aus den verschiedensten Bereichen, zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Qualitäten gelesen. Klingt Zukunft doch immer positiv nach Aufbruch, nach Dynamik. Doch im folgenden möchte ich begründen, warum ich finde, dass der Begriff an dieser Stelle absolut richtig gewählt ist und stellvertretend für meine Fraktion auch unsere Zustimmung zur Drucksache ausdrücken.

Stadtrat Jan Otto (Bild: Britt Schilling)

Zukunft braucht Herkunft: Die FT ist zwar 724 Jahre jünger als die Stadt Freiburg, begleitet diese mittlerweile aber auch bereits 177 Jahre. Nun sind Verein und Fachplaner*innen natürlich froh, dass die Bausubstanz, die im Zukunftskonzept weitestgehend erhalten wird nicht ebenfalls 177 Jahre alt ist – aber mit 50, 60 und mehr Jahren haben die Schauenberghalle, die Burdahalle, die Karl-Herterich-Halle etc. auch schon Generationen von Sportler*innen kommen und gehen gesehen. Durch die energetische Sanierung einerseits und eine kluge Umbaumaßnahme mit dem zentral eingeschobenen Gebäuderiegel wird der Gebäudekomplex nun zukunftsfähig und der Energieverlust, der aktuell noch zu beklagen ist, sehr deutlich reduziert. Gleichzeitig sparen diese Maßnahmen im Vergleich zu einer oft an anderen Stellen vorgeschlagenen Lösung: „Komplettabriss und Neubau“ enorme Mengen grauer Energie ein, weshalb wir dringend empfehlen die graue Energie zu bilanzieren, um dem Reigen der positiven Argumente ein weiteres hinzuzufügen.

Energie & Barrierefreiheit: durch die Maßnahmen im Zukunftskonzept werden mindestens 80% CO2 Einsparung erreicht und dabei ist die PV-Anlage noch nicht einmal einkalkuliert, weil zum Zeitpunkt der Bilanzierung noch nicht 100% sicher, auch die graue Energie taucht in den Berechnungen noch nicht auf. Was uns besonders freut und leider auch im Neubau noch immer nicht selbstverständlich ist: Die FT hat sich auch eine Menge Gedanken zum Thema Barrierefreiheit gemacht und neben der Toilette für alle in der Großfeldhalle auch die Planungen der anderen Gebäude genutzt, um Barrieren abzubauen. Dies ist ein wichtiger Schritt vor allem auch für Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung, deren „Bewegunsradius“ als Familie ohne Einrichtungen wie die Toiletten für alle massiv beschränkt ist.

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Vollsortimenter für die ganze Stadt: Zum Jubiläum hat die FT ihre Mitgliederzahlen ausgewertet und festgestellt, dass ca. 50% der Mitglieder unter 18 Jahre alt sind. Und wer das ausführliche Programm der Turnerschaft durcharbeitet, wird von Ball- und Bewegungsschulen für die jüngsten bis zu Senior*innenangeboten zu Wasser und zu Land eine Angebotspalette finden, die jede Altersgruppe anspricht. Zusätzlich wird mit dem Zukunftskonzept aber auch die Chance genutzt, sich noch weiter für die Stadt und Nichtmitglieder zu öffnen. Die neuen Außenbereiche bieten niedrigschwellige Bewegungsangebote für alle. 

Die FT kann Projektmanagement: Planung und Bau der Großfeldhalle aber auch der Sportkindergärten und Grundschulen und nicht zuletzt auch der Bewegungslandschaft neben der Großfeldhalle haben ein ums andere Mal bewiesen, dass die FT professionell und seriös arbeitet, Bauzeiten und Kostenrahmen einhält und Projekte mit Leuchtturmcharakter schafft. Auch wenn man jeder Stadt eine Sportgrundschule wünscht, ist Freiburg aktuell noch immer die einzige Stadt bundesweit, die mit der FT als Partner über eine solche Einrichtung verfügt. Außerdem hilft auch die Umgestaltung der Büroräume den Angestellten in ihrem Arbeitsalltag das zu leben, was sie in Kursen und Schulungen bei anderen Firmen vermitteln. Der eine oder die andere, die die Fortbildung zu gesünderen und bewegteren Arbeitsplätzen der FT gebucht hatte, staunte sicher nicht schlecht, wenn er die aktuellen Geschäftsräume der FT kennenlernte, die dem eigenen Anspruch aktuell noch nicht gerecht werden.

Bei allem verdienten Lob dürfen wir aber auch nicht vergessen, dass wir auch viele weitere Vereine in dieser Stadt haben, die gute Arbeit leisten und Bedarfe an Plätzen, Räumen und Hallen haben. Deswegen ist es gut, dass parallel auch gerade der stadtweite Bedarf und die Entwicklungspotenziale im Bereich Sport erhoben werden und in einem zentralen Konzept gebündelt werden.