Corona Krise

Wer hätte vor wenigen Wochen gedacht, dass wir uns so widerspruchslos in unserer Freiheit einschränken lassen?

Wir erleben massive Einschränkungen unserer Rechte, Pflichten und Gewohnheiten und erachten diese Maßnahmen gerade als absolut richtig und notwendig. Temporär akzeptieren wir die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung und alle damit einhergehenden Folgen. Ziel muß sein, die Schwachen der Gesellschaft zu schützen, das Gesundheitssystem am Laufen zu halten und die gesundheitlichen Folgen für alle Menschen in Freiburg und der Region zu begrenzen. Bei der Bewältigung der Krise und der Rückkehr in den „Normalzustand“ wollen wir unterstützende Kraft sein.

Wir haben den Freiburger Sonderweg eines temporären Betretungsverbots öffentlicher Räume mitgetragen, weil Handeln dringend geboten war. Auch Land und Bund haben ähnliche Maßnahmen beschlossen. Wir danken den Freiburger*innen, dass sie das Betretungsverbot respektieren.

Was bringt die Zukunft?

Seriös kann derzeit  niemand vorhersagen, wann und wie diese Krise endet. Sicher ist, dass deren Folgen uns noch lange beschäftigen werden.

Viele Unternehmer*innen und Beschäftigte spüren die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Für viele Selbstständige, kleinere Unternehmen in Handel und Tourismus sowie Kultureinrichtungen steht die Existenz auf dem Spiel. Wir begrüssen es, dass Bund und Land hier rasch Hilfsprogramme aufgelegt haben. Auch in anderen Branchen könnten die wirtschaftlichen Probleme in absehbarer Zeit erheblich werden.  Auf sinnvolle Eindämmungsmaßnahmen, die kurzfristige ökonomische Kosten haben, sollte aber auf keinen Fall verzichtet werden. Die langfristigen Kosten einer stärkeren Ausbreitung des Virus und folgende härtere Quarantänemaßnahmen werden sonst deutlich höher sein. 

Die soziale Isolation stellt alte Menschen, Familien, Alleinstehende,  soziale Einrichtungen und viele Andere vor eine große menschliche Herausforderung. Erste Studien aus China zeigen, wie dramatisch neben den wirtschaftlichen auch die psychosozialen Folgen der Krise sind.  Nun sind Mitmenschlichkeit und Solidarität geboten. Viele Beispiele von Nachbarschaftshilfe machen Hoffnung. Auch zahlreiche Psychologinnen und Psychologen bieten ihre Hilfe an – auf unserer Homepage haben wir Angebote aus Freiburg und Deutschland zusammengetragen. Die Bewältigung der Coronakrise wird uns noch lange begleiten.  Wir wünschen uns allen dafür einen langen Atem und vor allem gute Gesundheit.

Wie arbeitet der Gemeinderat?

Da seit Mitte März alle Sitzungen abgesagt sind, kann der Gemeinderat seiner Aufgabe der demokratischen Kontrolle der Verwaltung nur sehr eingeschränkt nachgehen.  Die Fraktionsvorsitzenden treffen sich per Videoschaltung wöchentlich mit dem Oberbürgermeister. Auch die grüne Fraktion tagt regelmäßig digital. Die wenigen dringenden Entscheidungen erfolgen in Offenlage, der Rest wird vertagt. Nach der Krise muss die Gemeindeordnung zügig überarbeitet werden. Denn aktuell ist es rechtlich nicht möglich, Gemeinderatssitzungen digital abzuhalten, diese Möglichkeit sollte künftig für Krisensituationen geschaffen werden.

Mit der schichtweise und auf Hochdruck arbeitenden Verwaltung stehen wir in regelmäßigem informellen Kontakt. Durch Erfragen der Situation in sozialen Einrichtungen sind wir bei Bedarf Mittler zwischen Trägern und Stadt. Und ganz besonders werden wir darauf achten, dass die wirtschaftlich Leittragenden der Krise unbürokratisch und schnell die notwenige Unterstützung erhalten. Von politischen Initiativen werden wir vorerst absehen. Die Verwaltung muss ihre Energie gerade in die akute Bewältigung der Corona-Krise stecken.

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